Nordsee-Fährverbindung nach nur zwei Jahren vor dem Aus: Insolvenzantrag gestellt
Nordsee-Fähre nach zwei Jahren insolvent

Nordsee-Fährverbindung nach nur zwei Jahren vor dem Aus

Die ambitionierten Pläne der Reederei "Meine Fähre" für eine neue Fährverbindung auf der Nordsee drohen zu scheitern. Erst im Herbst 2024 startete das Unternehmen mit großen Hoffnungen, doch nun steht es vor dem finanziellen Aus.

Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aurich

Am Donnerstag, dem 5. März 2026, stellte die Reederei offiziell Insolvenzantrag. "Wir haben heute Morgen einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt", bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens. Der Antrag ging beim Amtsgericht Aurich in Niedersachsen ein, wie zuerst die "Ostfriesen-Zeitung" berichtete.

Alle weiteren geschäftlichen Maßnahmen dürfen nun nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters, Dr. Hans-Joachim Berner aus Bremen, durchgeführt werden. Für die etwa 20 Mitarbeiter der Reederei bedeutet dies ungewisse Zeiten und die akute Gefahr des Arbeitsplatzverlusts.

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Fährbetrieb soll vorerst weiterlaufen

Trotz der schwerwiegenden finanziellen Probleme plant die Reederei, den Fährbetrieb auf der Nordsee zunächst fortzusetzen. Die täglichen Verbindungen zwischen der ostfriesischen Insel Norderney und dem Festlandshafen Norddeich bleiben vorerst buchbar. Allerdings behält sich der Insolvenzverwalter das letzte Wort über alle operativen Entscheidungen vor.

Über die genauen Ursachen der finanziellen Schieflage schweigt sich die noch junge Reederei bisher aus. Das Unternehmen war erst 2022 gegründet worden und hatte hinter sich mehrere Gesellschafter, darunter Hoteliers und eine Stiftung.

Ambitionierte Expansion mit zwei Fähren

Die Reederei "Meine Fähre" startete im Herbst 2024 mit der "Meine Fähre 1" ihren Betrieb. Das Besondere an dieser Fähre war die Möglichkeit, neben Passagieren auch Autos zu transportieren. Damit brach das Unternehmen das bisherige Monopol der Reederei Norden Frisia aus Norddeich auf der Strecke zur ostfriesischen Insel.

Die Expansion folgte schnell: Seit Januar 2026 pendelt zusätzlich die kleinere Personenfähre "Meine Fähre 2" zwischen Norderney und dem Festland. In den Bau der ersten Fähre auf einer Werft im niederländischen Groningen investierten die Gesellschafter nach eigenen Angaben eine niedrige Millionensumme.

Fehlende Transparenz über Geschäftszahlen

Konkrete Zahlen zu Passagieraufkommen, Auslastung oder der wirtschaftlichen Performance des Unternehmens wurden von der Reederei nie öffentlich gemacht. Diese mangelnde Transparenz macht es schwierig, die genauen Gründe für den schnellen finanziellen Niedergang nach nur knapp zwei Betriebsjahren zu analysieren.

Norderney, als eine der bekanntesten ostfriesischen Inseln in der Nordsee, ist für ihre langen Sandstrände, das einzigartige Wattenmeer und ihre Bedeutung als Nordseeheilbad berühmt. Die Fährverbindung zum Festland stellt für die Inselbewohner und Touristen eine lebenswichtige Infrastruktur dar.

Wie es mit der Fährverbindung nach der Insolvenz weitergeht, bleibt ungewiss. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob ein neuer Investor gefunden werden kann oder ob das ambitionierte Projekt endgültig scheitert.

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