Nvidia setzt auf Billionen-Umsatz mit KI-Chips bis 2027
Der US-Chipkonzern Nvidia hat eine optimistische Prognose für den Markt seiner KI-Chips vorgelegt. Bis zum Jahr 2027 erwartet das Unternehmen ein Umsatzvolumen von mindestens einer Billion Dollar. Diese Vorhersage wurde von Konzernchef Jensen Huang auf der Entwicklerkonferenz GTC in Kalifornien präsentiert und liegt deutlich über der bisherigen Schätzung von 500 Milliarden Dollar bis 2026.
Strategie für Marktführerschaft
Vor mehr als 18.000 Zuschauern in einer Eishockey-Arena in San José skizzierte Huang die Strategie, mit der Nvidia seine führende Position im schnell wachsenden KI-Markt verteidigen will. Ein zentraler Fokus lag dabei auf der Inferenz, bei der KI-Systeme Nutzeranfragen beantworten, anstatt neue Modelle zu trainieren. "Der Wendepunkt bei der Inferenz ist erreicht", betonte Huang während seiner Präsentation.
Um sich in diesem Bereich breiter aufzustellen, stellte Nvidia ein neues KI-System vor, das auf Technologie des Start-ups Groq basiert. Der Rechenprozess wird künftig in zwei Schritte unterteilt:
- Nvidias "Vera Rubin"-Chips übernehmen die erste Phase, in der menschliche Sprache in für Computer verständliche Datenbausteine übersetzt wird.
- Chips von Groq bearbeiten den zweiten Schritt und liefern die Antwort.
Die Technologie von Groq wurde im Dezember für 17 Milliarden Dollar lizenziert. Trotz der Namensähnlichkeit hat sie nichts mit der KI Grok des Elon-Musk-Konzerns xAI zu tun.
Börsenreaktion verläuft verhalten
An der US-Börse wurden die Ankündigungen von Huang zunächst positiv aufgenommen. Die Nvidia-Aktie legte kurzzeitig deutlich zu, schloss am Ende jedoch nur mit einem Plus von 1,6 Prozent. Analyst Jacob Bourne von Emarketer kommentierte: "Die Prognose eines Billionenmarktes unterstreicht die dauerhafte Nachfrage nach Nvidias KI-Infrastruktur trotz der Sorgen einiger Investoren." Dies signalisiere, dass Nvidia seine Führungsrolle behaupte, während die Branche über erste Experimente hinausgehe und nun die breite Anwendung in Angriff nehme.
Herausforderungen durch Konkurrenz
Bei Hochleistungschips für das Training von KI-Modellen wie ChatGPT, Gemini und Co. ist Nvidia der unangefochtene Weltmarktführer. In den vergangenen Jahren haben Entwickler wie OpenAI oder die Facebook-Mutter Meta derartige Prozessoren im Wert von Hunderten Milliarden Dollar bestellt. Inzwischen verlagern sie ihre Investitionen jedoch verstärkt auf die Inferenz.
Nvidia-Kunden wie Meta, die Alphabet-Tochter Google und OpenAI entwickeln jeweils eigene Produkte oder haben diese bereits im Einsatz. Google plant darüber hinaus, Nvidias Vormacht bei Entwicklungsumgebungen für KI-Prozessoren anzugreifen. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Nvidia zuversichtlich, seinen Umsatz bis Ende des kommenden Jahres verdoppeln zu können.



