Die Großbrauerei Oettinger muss sich nach nur wenigen Monaten erneut auf die Suche nach einem neuen Geschäftsführer begeben. Thilo R. Pomykala, der erst im April 2026 die Leitung des Unternehmens übernommen hatte, legt sein Amt nieder. Die Entscheidung erfolgte im gegenseitigen Einvernehmen mit der Gesellschafterfamilie.
Als Grund für den überraschenden Abgang nannte das Unternehmen „unterschiedliche Auffassungen zur weiteren strategischen Ausrichtung des Unternehmens“. Pomykala folgte auf Stefan Blaschak, der nach drei Jahren an der Spitze der Brauerei seinen Vertrag nicht verlängert hatte.
Führungsstruktur und Produktionsstandorte
Neben Pomykala gehören zur Geschäftsführung von Oettinger auch Inhaberin Pia Kollmar, die für Finanzen und Strategie zuständig ist, sowie Dominika Steinberg, die unter anderem die Produktion verantwortet. Das Familienunternehmen beschäftigt rund 700 Mitarbeiter und produziert an zwei Standorten: am Stammsitz in Oettingen in Bayern und in Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen.
Absatzrückgang und Marktposition
Oettinger hatte zuletzt mit rückläufigen Absatzzahlen zu kämpfen. Laut einer Statistik des weltgrößten Hopfenhändlers BarthHaas aus Nürnberg sank der Bierausstoß der Brauerei im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent auf 674 Millionen Liter. Damit belegt Oettinger nach Bierausstoß weltweit den 32. Platz und in Deutschland den vierten Rang – hinter Radeberger, Paulaner und der TCB Beteiligungsgesellschaft, zu der unter anderem das Frankfurter Brauhaus, Feldschlößchen und die Gilde Brauerei gehören.
Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für Pomykala wurde bereits eingeleitet. Es bleibt abzuwarten, welche strategische Richtung das Unternehmen unter neuer Führung einschlagen wird.



