Dritte Insolvenz in neun Jahren: Traditionsreiche Papierfabrik Hainsberg erneut in Schieflage
Papierfabrik Hainsberg: Dritte Insolvenz in neun Jahren

Dritte Insolvenz in neun Jahren: Traditionsbetrieb kämpft erneut ums Überleben

Die Papierfabrik Hainsberg GmbH aus Freital in Sachsen hat zum dritten Mal innerhalb von nur neun Jahren einen Insolvenzantrag gestellt. Damit steht der 188 Jahre alte Traditionsbetrieb erneut vor einer ungewissen Zukunft, während 85 Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze bangen.

Wiederholte Schieflage trotz Sanierungsbemühungen

Bereits in den Jahren 2017 und 2023 war das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten und hatte Insolvenz angemeldet. Bis zum Sommer 2024 wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in Eigenverwaltung durchgeführt, die den Betrieb eigentlich retten sollten. Doch keine zwei Jahre später folgt nun im Februar 2026 der dritte Antrag auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren.

Das Amtsgericht Dresden bestellte am 5. Februar 2026 Dr. Susanne Berner zur vorläufigen Insolvenzverwalterin. Sie muss nun prüfen, ob eine Fortführung des Geschäftsbetriebs möglich ist und wie es für die Mitarbeiter weitergehen kann.

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Ungewisse Zukunft für 85 Beschäftigte

Die Papierfabrik Hainsberg GmbH wurde im Jahr 1838 gegründet und beschäftigt heute 85 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Recyclingpapieren spezialisiert und produziert Druck-, Büro- und Verpackungspapiere ausschließlich aus Altpapier. Über fünfzig Prozent der Waren werden derzeit in europäische Länder exportiert.

Wie lange die Gehälter der Mitarbeiter gesichert sein werden, ist noch völlig unklar. „Frau Dr. Berner prüft derzeit, ob eine Zahlung von Insolvenzgeld durch die Bundesagentur für Arbeit möglich ist. Hierzu führt sie mit den zuständigen Stellen Gespräche“, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Branchenweite Strukturkrise als Hintergrund

Der Sprecher verwies auf die schwierige Lage der gesamten Papierindustrie in Deutschland: „Generell befinden sich Papierfabriken in Deutschland derzeit in einer tiefgreifenden Strukturkrise, die in vielen Fällen – nicht nur bei der Papierfabrik Hainsberg GmbH – bereits zu Insolvenzen geführt hat.“

Die Branche steht unter massivem Druck durch:

  • Hohe Produktionskosten, insbesondere bei Energie und Personal
  • Einen deutlichen Rückgang der Nachfrage
  • Wettbewerbsdruck auf internationalen Märkten

Rettungsversuche laufen

Derzeit werden intensive Gespräche mit wichtigen Kunden und Lieferanten geführt, um möglichst schnell über eine Fortführung des Geschäftsbetriebs entscheiden zu können. Wie es zu dem aktuellen finanziellen Engpass kommen konnte, ist laut Unternehmensangaben noch nicht abschließend geklärt.

Die Papierfabrik Hainsberg steht damit exemplarisch für die Herausforderungen, denen viele mittelständische Industrieunternehmen in Deutschland derzeit gegenüberstehen. Besonders betroffen sind Betriebe mit hohem Energieverbrauch und starker Exportorientierung.

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