Playmobil beendet Produktion in Deutschland: Dietenhofen-Werk schließt Ende Juni
Die Horst-Brandstätter-Group, Muttergesellschaft der bekannten Playmobil-Spielzeugfiguren, wird ihr einziges deutsches Produktionswerk im mittelfränkischen Dietenhofen planmäßig bis Ende Juni 2026 schließen. Diese Entscheidung markiert das Ende einer Ära deutscher Fertigung für die ikonischen Spielfiguren, die seit Jahrzehnten Kinderzimmer prägen.
Produktionsverlagerung ins Ausland und Mitarbeiterperspektiven
Künftig werden die berühmten Playmobil-Figuren ausschließlich an bereits bestehenden Unternehmensstandorten in Malta und Tschechien gefertigt. Für die bisherigen 350 Mitarbeiter des Dietenhofen-Werks strebt das Unternehmen die Gründung einer Transfergesellschaft an, um ihnen Perspektiven über den 30. Juni 2026 hinaus zu ermöglichen.
Ein Firmensprecher betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Unser klares Ziel ist es, den Beschäftigten im Rahmen einer Transfergesellschaft eine Perspektive über den 30. Juni 2026 hinaus zu ermöglichen und die Beschäftigten beim Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse aktiv zu unterstützen.“ Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über die Transfergesellschaft und einen Sozialplan befinden sich aktuell in der Endphase.
Herausforderungen und neue Strategien der Horst-Brandstätter-Group
Die Horst-Brandstätter-Group hat in den vergangenen Jahren erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten durchlebt. Die Relevanz der Playmobil-Spielzeuge in Kinderzimmern hat spürbar abgenommen, was in wenigen Jahren zu einem Umsatzrückgang von etwa einem Drittel führte.
Firmenchef Bahri Kurter hatte bereits auf der Spielwarenmesse im Januar eine mögliche Trendwende angekündigt. Das Unternehmen setzt im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada auf neue Vermarktungsstrategien, darunter spezielle Playmobil-Figuren, die berühmte Fußballspieler darstellen sollen.
Bisher wurden noch keine Kündigungen für die Mitarbeiter ausgesprochen. Der angekündigte Schließungsprozess verläuft laut Unternehmensangaben planmäßig und entspricht den im Februar gemachten Ankündigungen. Die Verlagerung der Produktion ins Ausland unterstreicht die strukturellen Veränderungen in der deutschen Spielzeugindustrie.



