Porzellan-Schätze erkennen: Meissen, KPM & Co. im Wert-Check
Porzellan-Schätze erkennen: Meissen, KPM & Co.

Ob Omas Suppenschüssel oder die verstaubte Porzellanfigur auf dem Dachboden – manchmal schlummern wahre Schätze im Verborgenen. Denn alte Teller, Etageren und Figuren von Manufakturen wie Meissen, der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) oder Nymphenburg können ein kleines Vermögen wert sein. Doch der Wert hängt von entscheidenden Faktoren ab, wie Henry Thurisch, Inhaber des Kunst- und Auktionshauses Quedlinburg, erklärt.

Wertvolle Porzellan-Manufakturen: Meissen, KPM und Nymphenburg

Besonders begehrt sind Objekte der Porzellan-Manufaktur Meissen. „Je älter und seltener die Stücke sind, desto wertvoller sind sie“, sagt Thurisch. Ein Beispiel: Ein Mokkaservice mit dem seltenen Muster „1001 Nacht“ erzielte bei einer Auktion knapp 7.000 Euro – obwohl es nur aus zwei Tassen bestand. Auch die Königliche Porzellan-Manufaktur (KPM) und die Nymphenburger Porzellanmanufaktur stellen begehrte Stücke her. Bei KPM sind vor allem handbemalte Verzierungen und Sonderanfertigungen, etwa für den Hof des Blankenburger Schlosses, besonders wertvoll. „Da sprechen wir vielleicht von 3.000 bis 7.000 Euro, je nach Zustand“, so Thurisch. Allerdings sind Stücke, die ab 1990 produziert wurden, für Sammler meist uninteressant.

Kleine Schäden, großer Wertverlust

Der Zustand des Porzellans spielt eine entscheidende Rolle. „Wenn eine Ecke abgestoßen ist, ist es wie ein Auto ohne Motor. Das will keiner haben“, erklärt Thurisch. Selbst kleine Beschädigungen können den Preis erheblich senken. Es gibt jedoch Ausnahmen: Historisch bedeutende Stücke, wie eine Kanne des Meissener Designers Camillo Marcolini aus dem späten 18. Jahrhundert, werden auch mit kleinen Makeln gehandelt. „Denn sie repräsentieren ein Stück Geschichte“, sagt Thurisch.

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Überraschungen bei „Bares für Rares“

Wie schnell man den Wert von altem Porzellan falsch einschätzen kann, zeigt die ZDF-Sendung „Bares für Rares“ immer wieder. Eine Porzellanfigur in Form eines Truthahns entpuppte sich dort als sogenanntes Urstück von Meissen – eine besondere Auszeichnung. Trotz einer kleinen Beschädigung am Sockel schätzte Expertin Bianca Berdin den Wert auf 2.700 bis 3.000 Euro, gut fünfmal mehr als vom Verkäufer erwartet. Noch überraschender war eine Vase aus dem 19. Jahrhundert, die jahrzehntelang unbeachtet im Schlafzimmer stand. Der Entwurf stammt von Albert Klein für KPM Berlin, die Vase ist im Modellbuch von 1898 verzeichnet. Der Verkäufer rechnete mit 2.500 bis 3.000 Euro, die Expertise lag jedoch bei 25.000 bis 30.000 Euro. Im Händlerraum war die Überraschung groß, und die Vase wechselte schließlich für 12.200 Euro den Besitzer.

Tipps für Laien: So erkennen Sie wertvolles Porzellan

Für Laien ist der Wert oft schwer einzuschätzen. „Am besten ist es, wenn man sich von jemandem beraten lässt, der sich damit auskennt“, rät Thurisch. Ein Blick auf die Marke und das Alter kann erste Hinweise geben. Handbemalte Stücke und seltene Muster sind oft besonders wertvoll. Wer unsicher ist, kann eine Auktion oder einen Antiquitätenhändler aufsuchen. Auch Sendungen wie „Bares für Rares“ bieten einen guten Einblick, welche Objekte begehrt sind. Vielleicht lohnt sich also der genauere Blick in den Schrank oder auf den Dachboden – denn manchmal verbergen sich hinter verstaubten Porzellanen echte Schätze.

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