Der Rüstungskonzern Rheinmetall verzeichnet weiterhin Zuwächse, jedoch flacht die zuvor steile Wachstumskurve ab. Dies zeigen die Unternehmenszahlen für das erste Quartal 2026. In den ersten drei Monaten des Jahres stieg der Umsatz um acht Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro zu. Im Vergleich zum Vorjahresquartal, als Umsatz und Ergebnis jeweils um etwa die Hälfte zulegten, fällt das Wachstum nun moderater aus.
Konzernchef Papperger zeigt sich zufrieden
Konzernchef Armin Papperger bewertete die Entwicklung positiv: „Wir konnten uns gegenüber dem sehr erfolgreichen Vorjahresquartal weiter steigern.“ Er kündigte für das zweite Quartal 2026 ein stärkeres Wachstum bei Umsatz und Auftragseingang an, insbesondere im Marine- und Fahrzeugbereich. In der zweiten Jahreshälfte erwartet das Unternehmen einen kräftigen Anstieg: Fast zwei Drittel des Jahresumsatzes (64 Prozent) sollen dann erzielt werden. „Wir wachsen stark“, versicherte Papperger Finanzanalysten.
Rheinmetall greift nach nächster Werft
Rheinmetall ist seit Kurzem auch im Schiffbau aktiv. Die Marinesparte der Bremer Werften-Gruppe Lürssen wurde kürzlich übernommen und steuerte im März 77 Millionen Euro zum Umsatz bei. Nun plant der Konzern eine weitere Expansion: Rheinmetall hat ein unverbindliches Angebot zur Übernahme des Kieler Unternehmens German Naval Yards abgegeben. Die Firma mit rund 400 Beschäftigten gehört derzeit zur französischen CMN Naval. „Wir wollen unsere Werftkapazitäten erweitern“, sagte Papperger. Eine Due Diligence soll folgen, danach könnte ein verbindliches Angebot unterbreitet werden. Interesse an German Naval Yards hat auch der Konkurrent TKMS angemeldet, der sich mit dem Unternehmen eine Werftfläche in Kiel teilt.
Jahresziel bestätigt
Das Management hält am positiven Ausblick für das Gesamtjahr fest. Der Jahresumsatz soll um rund die Hälfte steigen, die Profitabilität sich verbessern. Der Hauptsitz von Rheinmetall ist in Düsseldorf, das größte Werk befindet sich in Unterlüß (Niedersachsen) mit über 4.000 Beschäftigten. Das Unternehmen produziert Panzer, Munition, Militärlastwagen, Flugabwehrsysteme, digitalisierte Infanterie-Ausrüstung, Drohnen und Schiffe und versteht sich als Komplettanbieter für alle Militärstreitkräfte. In Neuss soll noch in diesem Jahr die Produktion von Satelliten beginnen, deren Aufklärungsbilder an die Bundeswehr und andere Nato-Streitkräfte verkauft werden. Rheinmetall beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter, wobei der zivile Bereich (Autoteile) bereits ausgegliedert ist und zum Verkauf steht. Auch im veröffentlichten Umsatz ist die Kfz-Sparte nicht mehr enthalten.



