Deutsche Traditionsmarke kehrt zurück: Chinesen geben Rolf Benz an deutsches Konsortium
Die berühmteste Couch der deutschen Fernsehgeschichte kehrt in deutsche Hände zurück. Hunderte Prominente, darunter Benno Führmann, Diane Kruger, Cameron Diaz, Toni Collette, Thomas Gottschalk und Mario Adorf, haben auf dem ikonischen Sofa der Sendung „Wetten, dass..?“ Platz genommen. Dieses Möbelstück stammte von der deutschen Design-Marke Rolf Benz, die 2018 an chinesische Investoren verkauft wurde. Nun vollzieht sich eine bedeutende Rückkehr: Die Chinesen geben die Luxus-Möbelmarke an ein deutsches Konsortium zurück.
Vollständige Rückkehr in deutsche Hände
„Nach vielen Jahren ist das traditionsreiche deutsche Polstermöbelunternehmen wieder vollständig in deutschen Händen“, verkündet die Rolf Benz AG & Co. KG aus Nagold in Baden-Württemberg. Ein deutsches Konsortium übernimmt die Firma und bekennt sich ausdrücklich zum Standort Deutschland, zur Marke und zu den rund 400 Mitarbeitern. Die genaue Zusammensetzung des Konsortiums sowie der Kaufpreis bleiben vorerst unter Verschluss. Der Vollzug der Transaktion wird für März erwartet.
Strategische Pläne der neuen Eigentümer
Frank Niehage (57), Sprecher des Konsortiums und zukünftiger Aufsichtsratsvorsitzender von Rolf Benz, erläutert die Pläne: Die neuen Eigentümer wollen die Möbelmarke durch gezielte Investitionen, Fokussierung und strategische Expansion voranbringen. Niehage, der laut „Handelsblatt“ größter Anteilseigner wird, betont: „Es ist ein schönes Zeichen für eine deutsche Traditionsmarke.“ Der erfahrene Finanzfachmann ist auch Executive Chairman und Gesellschafter des Software-Unternehmens Darvis.
Kontinuität in der Führung
An der operativen Spitze bleibt alles beim Alten: Vorstandsvorsitzender Jürgen Mauß und Finanzvorstand Jens Hoffmann behalten ihre Positionen und werden ebenfalls Anteilseigner. Diese Kontinuität soll Stabilität und Vertrauen in die Zukunft der Marke signalisieren.
Eine der bekanntesten Möbelmarken Deutschlands
Rolf Benz gilt als eine der bekanntesten Möbelmarken Deutschlands und hat ihren Sitz im beschaulichen Nagold im Schwarzwald. Gegründet wurde das Unternehmen 1964 von Rolf Benz, einem gelernter Polsterer, der als Erfinder der kombinierbaren „Wohnlandschaft“ gilt und 2025 verstarb. Laut „Handelsblatt“ zahlten die chinesischen Investoren 2018 etwa 42 Millionen Euro für das Unternehmen. Die letzten bekannten Zahlen aus dem Jahr 2021 zeigen einen Umsatz von rund 75 Millionen Euro und einen Konzernbilanzgewinn von etwa 124.000 Euro.
Die Rückkehr dieser ikonischen Marke in deutsche Hände markiert nicht nur einen bedeutenden Moment für die deutsche Möbelindustrie, sondern auch für die Bewahrung traditionellen Handwerks und Designs.



