Geschäftszahlen: Saudi Aramco mit Gewinnsprung, Zalando senkt Prognose
Saudi Aramco mit Gewinnsprung, Zalando senkt Prognose

Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco hat im zweiten Quartal einen Gewinnsprung verzeichnet. Grund sind die kriegsbedingt gestiegenen Preise für Öl und raffinierte Kraftstoffe. Zudem kann das Unternehmen die Blockade der Straße von Hormus mit einer Pipeline umgehen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn kletterte im Jahresvergleich um ein Drittel auf gut 125 Milliarden Riyal (29 Milliarden US-Dollar). Damit übertraf das seit 2019 börsennotierte Unternehmen die Erwartungen der Analysten.

Produktionsrückgang wegen Angriffen

Aramco profitierte nach eigenen Angaben von den gestiegenen Preisen für Rohöl, Kraftstoffe und Chemieprodukte. Die Produktion sank im Quartals- und Jahresvergleich jedoch deutlich – unter anderem, weil Anlagen des Konzerns im Zuge des Iran-Kriegs angegriffen und beschädigt wurden.

Verbio übertrifft Gewinnziel

Der Biokraftstoffhersteller Verbio hat sein Gewinnziel im abgelaufenen Bilanzjahr übertroffen. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz legten die Aktien am Dienstag um 8,4 Prozent zu. „Die besser als erwartet ausgefallenen Ergebnisse sollten stützen“, so ein Händler. Verbio rechnet für das Geschäftsjahr 2025/2026 nun mit einem operativen Gewinn (Ebitda) von rund 192 Millionen Euro. Zuvor hatte der Vorstand eine Spanne von 160 bis 180 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Als Gründe nannte der Vorstand eine verbesserte CO2-Effizienz der Biokraftstoffe sowie höhere Absatzpreise. Die Nettofinanzverschuldung lag mit rund 92 Millionen Euro deutlich unter den maximal erwarteten 140 Millionen Euro. Die endgültigen Zahlen sollen am 24. September veröffentlicht werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Toyota hebt Jahresziel an

Toyota blickt trotz eines erneuten Gewinnrückgangs im Quartal zuversichtlicher auf das Gesamtjahr. Der weltgrößte Autobauer rechnet nun mit einem operativen Gewinn von 3,4 Billionen Yen (18,8 Milliarden Euro). Zuvor hatte die Prognose bei 3,0 Billionen Yen gelegen. Als Grund nannte Toyota neben dem schwächeren Yen auch größere Marketinganstrengungen sowie alternative Logistikrouten in den Nahen Osten. Im ersten Geschäftsquartal von April bis Juni fiel der operative Gewinn jedoch das fünfte Mal in Folge. Er sank um neun Prozent auf 1,06 Billionen Yen, womit Toyota die Erwartungen verfehlte. Grund seien vor allem schleppende Verkäufe in China. Die Aktie gab um 2,3 Prozent nach. Toyota hob zudem sein weltweites Absatzziel um 100.000 auf 9,7 Millionen Fahrzeuge an. Die Folgen des Erdbebens auf Kyushu sind in der Prognose noch nicht berücksichtigt.

Hugo Boss spürt Konsumflaute

Der Modekonzern Hugo Boss hat im zweiten Quartal wegen des Strategiewechsels und der Konsumflaute Einbußen verzeichnet. Der Umsatz sank währungsbereinigt um neun Prozent auf 905 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) brach um 28 Prozent auf 59 Millionen Euro ein, übertraf damit allerdings die Markterwartungen von 52 Millionen Euro. Vorstandschef Daniel Grieder sprach von einem weiteren wichtigen Schritt bei der Umsetzung der neuen Strategie. Das Unternehmen priorisiere langfristige Wertschaffung gegenüber kurzfristigem Umsatzwachstum. Die Bruttomarge stieg um zwei Prozentpunkte auf 64,9 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet Grieder mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ebit wird zwischen 300 und 350 Millionen Euro erwartet.

Zalando konkretisiert Prognose

Der Online-Händler Zalando hat im zweiten Quartal weniger Umsatz erzielt und verdient als erwartet. Die Prognose für das laufende Jahr konkretisierte das Management. Dies spiegele die Ergebnisse des ersten Halbjahres wider, teilte das Dax-Unternehmen mit. So rechnet die Konzernführung nun mit einem Bruttowarenvolumen und Umsatz in der unteren Hälfte der prognostizierten Spanne von 12 bis 17 Prozent. Beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) sollen es nun 680 bis 720 Millionen Euro werden. Zuvor standen hier 660 bis 740 Millionen Euro.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Continental verdient nach Verkäufen mehr

Der Umbau beim Reifenhersteller Continental zahlt sich aus. Der um den Verkauf der Sparte OESL bereinigte Betriebsgewinn verbesserte sich im zweiten Quartal um gut ein Drittel auf 570 Millionen Euro. Die Gewinnmarge lag bei 12,9 Prozent nach 9,6 Prozent im Vorjahr. Finanzchef Roland Welzbacher begründete den höheren Gewinn mit mehr verkauften großen Reifen, geringeren Zollkosten und günstigeren Rohstoffpreisen. Allerdings drohe Gegenwind: Die Kosten für Rohstoffe dürften in der zweiten Jahreshälfte steigen. Beim Umsatz spürt Continental die schwächelnde Autokonjunktur. Die Erlöse lagen bereinigt um die Verkäufe mit 4,4 Milliarden Euro um 0,3 Prozent unter dem Vorjahr.

Evonik profitiert von Lieferengpässen

Lieferengpässe asiatischer Wettbewerber wegen des Iran-Kriegs lassen Kunden verstärkt zu Produkten des Spezialchemiekonzerns Evonik greifen. Evonik erklärte, dies habe dem Konzern eine „Sonderkonjunktur“ beschert. Im zweiten Quartal stieg der operative Gewinn (Ebitda) um 24 Prozent auf 630 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich um elf Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Sondereffekte und Kosten für Sparprogramme drückten unter dem Strich den Gewinn um 30 Prozent auf 84 Millionen Euro. Der Konzern erwartet ein bereinigtes Ebitda zwischen zwei und 2,2 Milliarden Euro nach 1,7 bis zwei Milliarden Euro zuvor. Trotz des Gewinnanstiegs werden bis Ende 2026 rund 2800 Stellen gestrichen, für 2027 bis 2029 zusätzlich rund 3200.

HSBC steigert Gewinn

Europas größte Bank HSBC hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr dank höherer Zinsen und eines starken Vermögensverwaltungsgeschäfts um 23 Prozent gesteigert. Der Vorsteuergewinn kletterte auf 19,5 Milliarden Dollar nach 15,8 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Damit übertraf die Bank die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 18,9 Milliarden Dollar gerechnet hatten. HSBC kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar an. Aktionäre sollen eine zweite Zwischendividende von 0,10 Dollar je Anteilsschein erhalten.

Snap profitiert von Fußball-WM

Der Snapchat-Mutterkonzern Snap hat im zweiten Quartal dank höherer Werbeausgaben während der Fußball-WM die Umsatzerwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg um rund 19 Prozent auf 1,60 Milliarden Dollar und lag damit über den Schätzungen von 1,54 Milliarden Dollar. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer stieg weltweit um etwa fünf Prozent auf 493 Millionen. In Europa verzeichnete Snap jedoch einen Rückgang von rund zwei Prozent, in Nordamerika sank die Nutzerzahl sogar um fast sieben Prozent. Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 1,70 und 1,74 Milliarden Dollar.

FMC übertrifft Erwartungen

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care hat im zweiten Quartal dank Fortschritten bei seinem Sparkurs und höheren Erstattungssätzen einen Ergebnissprung verzeichnet. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 20 Prozent auf 569 Millionen Euro und übertraf damit die Analystenerwartungen von 515 Millionen Euro deutlich. Im US-Markt sank die Zahl der Dialysebehandlungen jedoch organisch um 0,9 Prozent. Ein Händler bezeichnete das als Enttäuschung. Die Aktien verloren vorbörslich mehr als acht Prozent. Unter dem Strich sank der Nettogewinn um drei Prozent auf 218 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 4,86 Milliarden Euro.

Nissan überrascht mit Gewinnsprung

Der japanische Autobauer Nissan hat im ersten Quartal dank strikterer Kostenkontrolle und eines schwachen Yen überraschend viel verdient. Das operative Ergebnis lag bei 77,9 Milliarden Yen, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Verlust von 79,1 Milliarden Yen angefallen war. Es war das vierte Quartal in Folge mit einem operativen Gewinn und übertraf die Erwartungen deutlich. Der schwache Yen glich weltweit geringere Verkaufszahlen sowie gestiegene Rohstoffkosten aus. Konzernchef Ivan Espinosa erklärte, die schwierigen Bedingungen in China und im Nahen Osten hätten Teile des Geschäfts belastet.

Linde profitiert von Chip-Nachfrage

Die starke Nachfrage aus der Elektronikindustrie beflügelt das Geschäft des weltgrößten Industriegasekonzerns Linde. Der Umsatz sprang im zweiten Quartal um neun Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar. Mit Elektronik-Herstellern machte Linde allein 18 Prozent mehr Umsatz. Am stärksten wuchs der Umsatz in Asien-Pazifik mit 13 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn stieg um sieben Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar.

IAG leidet unter Kerosinpreisen

Der steile Anstieg der Kerosinpreise durch den Irankrieg macht der British-Airways-Mutter IAG zu schaffen. Im Gesamtjahr rechnet die International Airlines Group mit einer Treibstoffrechnung von 8,6 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal sank der bereinigte Betriebsgewinn um 16 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro, während der Umsatz mit 8,89 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau verharrte.

Sony mit Gewinnsprung

Ein florierendes Geschäft mit Videospielen und Bildsensoren hat Sony im abgelaufenen Quartal einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Der Betriebsgewinn stieg von April bis Juni um 40 Prozent auf 476,5 Milliarden Yen und übertraf damit die Erwartungen deutlich.

Amazon mit starkem Cloud-Wachstum

Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz treibt das Geschäft von Amazon an. Die Umsätze der Cloud-Tochter AWS stiegen im abgelaufenen Quartal um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar. Das sei das stärkste Wachstum seit 18 Quartalen, betonte Konzernchef Andy Jassy. Die Aktien legten nachbörslich neun Prozent zu.

Starbucks hebt Prognose erneut an

Eine erneute Anhebung der Jahresprognose treibt die Aktien von Starbucks in die Höhe. Das Unternehmen hob nach einem starken Quartal zum zweiten Mal seine Umsatz- und Gewinnprognose an. Der Umbauplan von Konzernchef Brian Niccol zeige dauerhafte Erfolge.

Heckler & Koch mit starkem Halbjahr

Der Boom bei Deutschlands größtem Hersteller von Handfeuerwaffen Heckler & Koch hält an. Der Umsatz von Januar bis Juni lag bei rund 263,9 Millionen Euro, ein Plus von knapp 47 Prozent. Das Ebitda betrug 66,2 Millionen Euro – mehr als doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2025.

Mastercard übertrifft Erwartungen

Mastercard hat im zweiten Quartal dank kauflustiger Verbraucher vor allem in den USA die Erwartungen übertroffen. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 5,04 Dollar. Der Nettoumsatz stieg um 14 Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar. Das Bruttotransaktionsvolumen kletterte um acht Prozent auf 2,9 Billionen Dollar.

Schneider Electric hebt Prognose an

Der Boom beim Bau von Rechenzentren wirkt sich positiv auf die Geschäfte des französischen Elektrotechnik-Konzerns Schneider Electric aus. Der Umsatz werde 2026 bereinigt um zehn bis 13 Prozent steigen, das operative Ergebnis um 14 bis 19 Prozent. „Wir haben ein Rekord-Halbjahr abgeliefert“, sagte Finanzvorstand Nathan Fast.

ArcelorMittal übertrifft Erwartungen

Der weltweit zweitgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal hat im zweiten Quartal dank einer Erholung seines Europageschäfts die Erwartungen übertroffen. Das operative Ergebnis belief sich auf 2,06 Milliarden Dollar. Konzernchef Aditya Mittal zeigte sich optimistisch für die zweite Jahreshälfte.

LSEG profitiert von Volatilität

Der britische Börsenbetreiber LSEG profitiert von den Turbulenzen an den Finanzmärkten. „Unser Marktplatzgeschäft hatte ein außergewöhnliches erstes Halbjahr“, sagte Konzernchef David Schwimmer. Der Umsatz stieg um 8,4 Prozent.

BAE Systems erhöht Jahresziele

Angesichts international steigender Militärausgaben hat der Rüstungskonzern BAE Systems seine Jahresziele angehoben. Der bereinigte Betriebsgewinn soll im laufenden Jahr um zehn bis zwölf Prozent steigen. Der Auftragsbestand hat sich seit 2022 auf 84 Milliarden Pfund fast verdoppelt.

Rolls-Royce erhöht Prognose

Der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce hat nach einem unerwartet starken ersten Halbjahr seine Jahresprognose deutlich angehoben. Der bereinigte Betriebsgewinn soll auf 4,7 bis 4,9 Milliarden Pfund steigen. Im ersten Halbjahr kletterte er um 46 Prozent auf gut 2,5 Milliarden Pfund.