Spritpreisexplosion in Vorpommern: Unternehmen warnen vor dem Ruin
Seitdem die Spannungen im Iran durch militärische Aktionen der USA und Israels eskalieren, schnellen die Kraftstoffpreise in die Höhe. In der Region Uecker-Randow, insbesondere in Städten wie Pasewalk und Penkun, haben die Preise pro Liter zeitweise die Zwei-Euro-Marke deutlich überschritten. Diese Entwicklung stellt Unternehmen, die beruflich auf Fahrzeuge angewiesen sind, vor existenzielle Herausforderungen.
Logistikunternehmen kämpfen mit massiven Mehrkosten
Stefan Nikolaus, Geschäftsführer der Transport & Logistik GmbH Ulrich Nikolaus aus Krackow, beschreibt die Lage als äußerst schwierig. Sein Unternehmen verfügt über 50 Lastkraftwagen und verbraucht jährlich rund eine Million Liter Diesel. Bereits eine Preiserhöhung von zehn Cent pro Liter bedeutet zusätzliche Kosten von 100.000 Euro. „Bei Großkunden haben wir Verträge mit Ausgleichsregelungen für Diesel-Schwankungen, doch das betrifft nur einen kleinen Teil unserer Kundschaft“, erklärt Nikolaus. Um die Mehrkosten zu kompensieren, versucht das Unternehmen, bei neuen Projekten höhere Preise durchzusetzen oder bei bestehenden Verträgen um Nachvergütung zu bitten – beides nur begrenzt möglich.
Pflegedienste und Fahrschulen an der Belastungsgrenze
Bernd Netzel, Geschäftsführer der Penkun-Tourist GmbH, spricht von einer Notsituation. Sein Unternehmen ist im Schüler- und Krankentransport tätig und sieht sich mit Kraftstoffpreissteigerungen von über 30 Prozent konfrontiert. „Das ist eine Katastrophe. Wenn der Landkreis nicht reagiert, müssen wir den Schülerverkehr einstellen, sonst fahren wir in den Ruin“, betont Netzel. Auch Fahrschulen leiden unter den hohen Kosten. René Thom aus Pasewalk kritisiert, dass die Politik zu wenig Interesse zeige, einzugreifen. „In Berlin wird über Steuern viel Geld verdient, deshalb gibt es wenig Entlastung für den gemeinen Bürger“, sagt er.
Suche nach Alternativen und politische Forderungen
Viele Unternehmen prüfen, ob sich das Tanken im benachbarten Polen lohnt, doch dies ist mit höherem Aufwand und steuerlichen Nachteilen verbunden. Michael Schulz, stellvertretender Geschäftsführer der Volkssolidarität Uecker-Randow, hofft auf einen Spritpreisdeckel oder die Aussetzung der CO₂-Steuer. „Die Ölkonzerne kaufen Mineralöl oft Monate im Voraus, plötzliche Preissprünge von 30 Cent sind nicht nachvollziehbar“, kritisiert er. Die VS ist täglich mit 90 Fahrzeugen im Einsatz, was zu erheblichen zusätzlichen Treibstoffkosten führt, die in der Pflege nicht umgelegt werden können.
Ausblick: Drohende Insolvenzen ohne schnelle Hilfe
Die Unternehmen fordern dringend politische Maßnahmen, um die wirtschaftliche Belastung zu mildern. Ohne Entlastung durch den Landkreis oder die Bundesregierung könnten viele Betriebe in der Region ihre Tätigkeit einstellen müssen. Die Spritpreisexplosion droht, eine Welle von Insolvenzen auszulösen, die die lokale Wirtschaft nachhaltig schädigen würde.



