Tankstellenbetreiber in Anklam hält Spritpreise trotz Iran-Krieg niedrig
Tankstellenbetreiber hält Spritpreise trotz Iran-Krieg niedrig

Tankstellenbetreiber in Anklam setzt auf faire Spritpreise trotz steigender Ölkosten

Inmitten eines rasanten Anstiegs der Spritpreise an deutschen Tankstellen, ausgelöst durch den Iran-Krieg und Sperrungen wichtiger Handelsstraßen, hält ein Tankstellenbetreiber in Anklam seine Preise bewusst moderat. Während Mineralölkonzerne mit Preissteigerungen rechnen und Autofahrer in Vorpommern an der Zapfsäule oft schockiert sind, geht Herr, der Betreiber einer freien Tankstelle bei Anklam, einen anderen Weg.

Preisgestaltung liegt oft bei den großen Konzernen

Viele Tankstellenbetreiber haben laut Recherchen kein Mitspracherecht bei den Spritpreisen. Ein Sprecher aus Greifswald erklärt, dass die Preise sich automatisch an Mitbewerbern in der Umgebung und Vorgaben der Firmenzentrale orientieren. „Wir haben kein Mitspracherecht bei den Spritpreisen“, sagt er und zeigt Verständnis für den Ärger der Kunden. Die Preise werden in der Regel von großen Mutterkonzernen wie Aral, Esso und Oil festgelegt, was zu einem einheitlichen, oft hohen Preisniveau führt.

Einzelner Betreiber zeigt Alternativen auf

Anders verhält es sich bei Tankstellenbetreiber Herr. Er betreibt eine unabhängige Tankstelle und kann seine Preise selbst regulieren. „Ich verkaufe gerade das Benzin noch für 1,80 Euro pro Liter, weil ich es für einen guten Kurs eingekauft habe“, erklärt er. Solange er noch Sprit zu alten Preisen in seinen Tanks hat, will er diese fairen Konditionen beibehalten. Beim Diesel musste er jedoch für erhöhte Preise nachbestellen und kann diesen nicht mehr unter zwei Euro pro Liter halten.

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Seine Strategie basiert auf einer konstanten Gewinnmarge: „Kaufe ich also günstig ein, gebe ich die günstigen Preise an die Kunden weiter“. Dies steht im Kontrast zu den Praktiken großer Ölkonzerne, die er kritisiert: „Die Öl-Multis machen sich jetzt schön die Taschen voll“. Seit 1991 betreibt er seine Tankstelle mit dem Ziel, Kunden gut und fair zu bedienen.

Interessenverband bestätigt die Problematik

Ein Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands e.V. bestätigt, dass Tankstellenbetreiber oft für Preise verantwortlich gemacht werden, die sie nicht beeinflussen können. „Wir werden angegangen und halten den Kopf hin für Preise, die anderswo gemacht werden“, sagt er. Pächter verdienen an hohen Preisen nicht mit, da sie häufig nur eine feste Provision von ein bis zwei Cent pro Liter erhalten.

Die Preise werden von marketingorientierten Pricing-Abteilungen in den Zentralen der Mineralölkonzerne festgelegt und direkt über das Internet und Kassensystem übermittelt. „Wir als Pächter haben auf die Preise an der Zapfsäule keinen Einfluss“, fügt der Sprecher hinzu. Als Rat für Tankkunden nennt er: „Fahren Sie nach Polen, und wenn Sie so weit herunterkommen, auch in die Tschechei“.

Politisches Handeln gefordert

Ohne politisches Einwirken ist eine baldige Entspannung an den Zapfsäulen in Deutschland nicht ersichtlich. Der Fall des Tankstellenbetreibers in Anklam zeigt jedoch, dass faire Preise möglich sind, wenn die Rahmenbedingungen es zulassen. Sein Engagement unterstreicht die Bedeutung von unabhängigen Tankstellen in einer von großen Konzernen dominierten Branche.

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