Teilkrankschreibung: Firmen skeptisch – Ifo-Umfrage zeigt Skepsis
Teilkrankschreibung: Firmen wenig begeistert

Die Einführung der Teilkrankschreibung stößt bei deutschen Unternehmen auf wenig Gegenliebe. Laut einer aktuellen Umfrage des Ifo-Instituts und des Personaldienstleisters Randstad unter Personalverantwortlichen bewerten 45 Prozent der Unternehmen die geplante Neuregelung als nicht sinnvoll. Nur etwa 26 Prozent sehen darin eine hilfreiche Möglichkeit, um erkrankten Beschäftigten eine schrittweise Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen. Weitere 25 Prozent der Unternehmen stehen der Neuerung neutral gegenüber.

Befürchtungen: Abgrenzung und Organisationsaufwand

Die Skepsis gründet sich vor allem auf praktische Bedenken. „Die meisten Unternehmen befürchten eine schwierige Abgrenzung zwischen arbeitsfähig und arbeitsunfähig“, erklärt Ifo-Forscher Jonas Hennrich. „Außerdem erwarten sie einen zusätzlichen organisatorischen Aufwand.“ Diese Einschätzung teilen offenbar viele Personalchefs, denn die Hälfte der Unternehmen rechnet nicht mit „wesentlichen positiven“ Auswirkungen durch das neue Instrument.

Die Teilkrankschreibung soll es Ärzten ermöglichen, bei länger andauernden Erkrankungen eine teilweise Arbeitsunfähigkeit von 25, 50 oder 75 Prozent der regulären wöchentlichen Arbeitszeit festzustellen. So können Beschäftigte ihre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren und schrittweise wieder ins Berufsleben finden. Voraussetzung ist jedoch die Zustimmung sowohl des Arbeitgebers als auch des Versicherten – ein Detail, das in der Praxis für zusätzliche Abstimmungsbedarf sorgen dürfte.

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Erhoffte Vorteile: Kürzere Fehlzeiten und schnellere Rückkehr

Trotz der allgemeinen Skepsis sehen viele Unternehmen durchaus Potenzial in der Teilkrankschreibung. Jeweils ein Drittel der befragten Firmen erhofft sich kürzere Fehlzeiten oder eine schnellere Rückkehr erkrankter Beschäftigter. 21 Prozent der Unternehmen halten es für möglich, dass erkrankte Fachkräfte trotz gesundheitlicher Probleme länger im Job bleiben können. Zwölf Prozent erwarten sich eine flexiblere Personalplanung durch das neue Instrument.

Diese Zahlen zeigen, dass die Teilkrankschreibung nicht pauschal abgelehnt wird, sondern durchaus als Chance gesehen wird – insbesondere in Branchen mit Fachkräftemangel. Dennoch überwiegen die organisatorischen Bedenken, wie die Umfrage deutlich macht.

Hintergrund: Die Regelung im Detail

Die gesetzliche Grundlage für die Teilkrankschreibung wurde bereits geschaffen, doch die praktische Umsetzung wirft Fragen auf. Ärzte sollen künftig den Grad der Arbeitsunfähigkeit differenzierter beurteilen können, was eine individuellere Betreuung von Langzeiterkrankten ermöglicht. Arbeitgeber müssen jedoch in jeden Fall einwilligen, was zusätzliche bürokratische Hürden bedeuten könnte.

Die Umfrage des Ifo-Instituts und Randstad wurde unter Personalverantwortlichen deutscher Unternehmen durchgeführt. Sie zeigt, dass die Akzeptanz für das neue Modell bislang gering ist. Ob sich das nach der Einführung ändert, bleibt abzuwarten.

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