Thüringen: Firmeninsolvenzen erreichen höchsten Stand seit 2017
Thüringen: Firmeninsolvenzen auf Höchststand seit 2017

Thüringen verzeichnet alarmierenden Anstieg bei Firmeninsolvenzen

Im Freistaat Thüringen hat sich die wirtschaftliche Lage im vergangenen Jahr deutlich verschärft. Angesichts einer schwachen Konjunktur und eines angespannten Arbeitsmarktes gerieten zahlreiche Unternehmen und Verbraucher in finanzielle Schieflage. Die Thüringer Amtsgerichte entschieden 2025 über insgesamt 2.357 Insolvenzverfahren, wie das Statistische Landesamt in Erfurt mitteilte. Das entspricht einem Anstieg um 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Unternehmensinsolvenzen erreichen Höchststand

Die dauerhaft schwierige Wirtschaftslage spiegelt sich besonders deutlich in der Zahl der Firmenpleiten wider. Im Jahr 2025 stellten im Freistaat 345 Unternehmen einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung. Das sind 30,7 Prozent mehr als im Jahr 2024 und markiert den höchsten Stand an Unternehmensinsolvenzen seit dem Jahr 2017.

Die finanziell angeschlagenen Betriebe beschäftigten zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags noch 3.592 Arbeitnehmer. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen beliefen sich auf rund 289 Millionen Euro, was die erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen unterstreicht.

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Besonders betroffene Branchen

Die Insolvenzstatistik zeigt deutliche Branchenschwerpunkte:

  • Mit 56 Insolvenzverfahren waren Kfz-Händler und -Werkstätten am häufigsten betroffen
  • 52 Baufirmen gerieten in finanzielle Schwierigkeiten
  • 46 Industriebetriebe kamen ins Schlingern

Diese Zahlen verdeutlichen, wie sich die wirtschaftlichen Herausforderungen quer durch verschiedene Wirtschaftszweige ziehen.

Verbraucherinsolvenzen nehmen zu

Nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen spüren die wirtschaftlichen Belastungen. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg im vergangenen Jahr um sieben Prozent an. Insgesamt wurden 1.530 Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt.

Im Durchschnitt standen die betroffenen Privatpersonen mit rund 57.000 Euro bei ihren Gläubigern in der Kreide. Diese Entwicklung unterstreicht die breitenwirksamen finanziellen Probleme, die viele Haushalte in Thüringen betreffen.

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes zeigen ein klares Bild: Sowohl die Unternehmens- als auch die Verbraucherinsolvenzen haben in Thüringen deutlich zugenommen. Die wirtschaftlichen Herausforderungen scheinen sich zu verschärfen, wobei bestimmte Branchen besonders stark betroffen sind. Die Entwicklung wird von Experten mit Sorge beobachtet, da sie langfristige Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Thüringen haben könnte.

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