Trigema-Patriarch Grupp: Unternehmer müssen Probleme selbst lösen
Trigema-Patriarch: Unternehmer in der Pflicht

Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Flaute: Energiepreise steigen, große Reformen bleiben aus, und die Stimmung unter den Unternehmern ist gedrückt. Doch Wolfgang Grupp, der 84-jährige frühere Chef des Textilherstellers Trigema, setzt auf Eigeninitiative statt auf staatliche Hilfe. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa betonte er: „Wenn ich warten muss, bis die Politik mir den Weg ebnet, dann bin ich längst pleite.“ Unternehmer müssten ihre Probleme selbst lösen, auch in Krisenzeiten.

Grupp setzt auf Vollproduktion

Grupp, der das Unternehmen 1969 von seinem Vater übernahm, verfolgt eine klare Strategie: volle Produktion, auch wenn die Nachfrage schwach ist. „Ich sehe nicht ein, dass wir Löhne bezahlen und die Mitarbeiter nicht ausgelastet sind“, sagte er. Notfalls werde auf Lager produziert. „Dann sind wir in guten Zeiten froh, dass wir auf ein volles Lager zurückgreifen können.“ Diese Taktik habe sich über 55 Jahre bewährt. „Bei uns gab es immer volle Produktion“, so Grupp. Die Mitarbeiter hätten Krisen dadurch oft gar nicht gespürt.

Mahnung zur Besonnenheit

Zugleich warnte Grupp vor Übermut in Boomphasen. Entscheidend sei, in guten Zeiten nicht „größenwahnsinnig“ zu werden und Kapazitäten aufzubauen, die sich später nicht auslasten ließen. Schwankungen gehörten zum Geschäftsleben: „Das hat es immer gegeben. Es gab immer Höhen und Tiefen.“ Auch Trigema spüre aktuell eine Konsumflaute: „Da verkaufen wir weniger, klar.“

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Rückkehr als Berater

Nach einem Suizidversuch im vergangenen Jahr arbeitet Grupp senior wieder als Berater im Familienunternehmen. Er unterstützt die Geschäftsführung seines Sohnes Wolfgang Grupp junior und seiner Tochter Bonita Grupp. „Wir haben das Glück, mit ihm den Unternehmensberater im eigenen Haus zu haben“, sagte sein Sohn der „Augsburger Allgemeinen“. Der Vater sitze weiterhin an seinem Schreibtisch im Großraumbüro der Firmenzentrale in Burladingen. Trigema produziert Wäsche, Freizeit- und Sportbekleidung und wirbt damit, zu 100 Prozent in Deutschland zu fertigen.

Die Wirtschaftskrise in Deutschland verschärft sich. Ökonomen fordern dringende Maßnahmen der Bundesregierung, um den Aufschwung zu fördern. Grupp appelliert an seine Kollegen, nicht tatenlos zuzusehen: „Unternehmer müssen ihre Probleme selbst lösen – auch in Krisenzeiten.“

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