TRUMPF-Chefin warnt: Wohlstandsverlust ist bereits Realität - Mittelstand am Limit
TRUMPF-Chefin: Wohlstandsverlust ist bereits Realität

TRUMPF-Chefin schlägt Alarm: Der Wohlstandsverlust hat längst begonnen

Im Herzen Baden-Württembergs, wo deutsche Industriegeschichte geschrieben wird, sitzt Nicola Leibinger-Kammüller an der Spitze eines Milliardenkonzerns. Die 66-jährige Unternehmerin führt TRUMPF in dritter Generation - und ihre Warnungen könnten kaum deutlicher ausfallen. "Das geht leider über die bloße Furcht hinaus - wir erleben es ja längst!", erklärt sie im Gespräch mit BILD.

Mittelstand am Abgrund: Keine Luft mehr zum Investieren

Die Lage beschreibt die TRUMPF-Chefin als dramatisch: "Viele kleine Unternehmen mit nur zehn Mitarbeitern haben ihren Job bereits verloren. Alle - die kleinen wie die großen Unternehmen - sind gegängelt durch die brutale Bürokratie." Die Grenze der Belastbarkeit sei überschritten, viele Betriebe hätten keine Luft mehr zum Atmen, geschweige denn zum Investieren.

Leibinger-Kammüller malt ein düsteres Bild: "Wenn wir diesen Mittelstand verlieren, der für mich das Rückgrat Deutschlands ist, dann verlieren wir ganz gewaltig an produzierender Substanz." Sie warnt vor der einseitigen Fokussierung auf digitale Geschäftsmodelle: "Sitzen Sie mal auf einem digitalen Stuhl! Viel Spaß. Wir brauchen die Hardware dringend."

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Zeit wird knapp: Deutschland hat keine zehn Jahre mehr

Die Zerstörung schreite voran, betont die Unternehmerin. Viele Unternehmen investierten nicht mehr in Deutschland, sondern verlagerten ihre Aktivitäten nach Polen, in die USA oder nach China. "Wir haben nur noch sehr wenig Zeit", warnt Leibinger-Kammüller. "Der Niedergang verläuft zwar schleichend, aber wir haben sicher keine zehn Jahre mehr."

Die Lösung müsse schnell kommen, doch die Politik agiere zu langsam. "Es wird sehr viel in der Koalition vonseiten der SPD blockiert", kritisiert die CDU-Mitgliedschaft. Quantitative Ziele fehlten im Koalitionsvertrag, und bisher sei viel zu wenig herausgekommen.

Erbschaftssteuer-Debatte gefährdet Familienunternehmen

Besorgt äußert sich die TRUMPF-Chefin zur Diskussion um höhere Erbschafts- und Vermögenssteuern: "Das wäre sehr gefährlich für den Mittelstand." Die Verschonungsregelung sei sinnvoll, um Kapital in den Unternehmen zu halten. "Unsere Kinder könnten diese Steuerlast nicht aus eigenen Mitteln erbringen", erklärt sie mit Blick auf ihr eigenes Familienunternehmen.

Gesellschaftliche Spaltung und politische Herausforderungen

Auch zur politischen Landschaft hat die Unternehmerin eine klare Position. Die hohen AfD-Werte in Baden-Württemberg erklärt sie mit Unsicherheit und Angst in der Bevölkerung. "Ein Hauptthema ist die Migration und die innere Sicherheit", analysiert Leibinger-Kammüller. Gleichzeitig warnt sie vor pauschaler Verurteilung: "Man kann den Menschen nicht sagen: Sie sind dumm."

Die gesellschaftliche Polarisierung bereitet ihr Sorgen: "Wir stürzen uns als Gesellschaft reflexartig auf kleinste Dinge und regen uns tagelang auf." Stattdessen würden die wahren Probleme zu selten diskutiert.

Antisemitismus und die offenen Schleusen des Hasses

Besonders alarmiert zeigt sich die TRUMPF-Chefin vom aufkeimenden Antisemitismus: "Große Sorgen. Die Schleusen sind geöffnet." Was früher nicht gesagt worden wäre, sei heute wieder gesellschaftsfähig. "Wenn die Schleusen des Antisemitismus geöffnet werden, folgen andere Dinge. Das ist hochgefährlich."

Trotz allem: Optimismus als Unternehmerpflicht

Trotz der düsteren Analyse will sich Nicola Leibinger-Kammüller nicht unterkriegen lassen: "Als Unternehmerin muss ich grundsätzlich positiv bleiben." Deutschland sei ein arbeitswilliges Volk, das schon oft bewiesen habe, was es könne. "Packen wir's also an", lautet ihr Appell an Politik und Wirtschaft.

Die Zeit zum Handeln wird knapp, die Herausforderungen sind gewaltig. Doch die TRUMPF-Chefin bleibt kämpferisch: "Wir müssen uns dagegenstemmen! Wir müssen sehr schnell die richtigen Reformen anpacken." Der Mittelstand als Rückgrat Deutschlands darf nicht weiter geschwächt werden - sonst droht der Verlust der wirtschaftlichen Substanz, die das Land stark gemacht hat.

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