Unicredit droht Commerzbank-Management – Orlopp kontert im Übernahmekampf
Unicredit droht Commerzbank – Orlopp wehrt sich

Der Übernahmekampf zwischen der Commerzbank und der italienischen Unicredit wird zunehmend härter geführt. Nun hat die Unicredit indirekt dem Vorstand der Commerzbank um Chefin Bettina Orlopp gedroht. Diese wehrte sich umgehend und kritisierte das Vorgehen der Italiener scharf.

Orlopp kontert Attacken der Unicredit

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat auf die neuerlichen Angriffe der Unicredit reagiert. Auf dem „Euro Finance Summit“ in Frankfurt bezeichnete sie die jüngsten Äußerungen der italienischen Bank als bemerkenswert. Diese stifteten Unruhe in einem laufenden Verfahren und würfen die Frage auf, wie verlässlich die Angaben der Unicredit seien. „Wir sind irritiert über die neueste Mitteilung“, sagte Orlopp.

Die Unicredit hatte zuvor in einer Mitteilung indirekt mit einer Absetzung des Commerzbank-Vorstands gedroht. Sollte die Unicredit auf der Hauptversammlung ausreichende Unterstützung durch Aktionäre erhalten, wäre sie in der Lage, sämtliche Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat zu wählen. Dieser wiederum wäre für die Bestellung des Vorstands zuständig. Die Unicredit hatte zuletzt steigende Anteile an der Commerzbank gemeldet.

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Übernahmeringen wird immer härter

Die Unicredit hatte im Mai eine Offerte für die Commerzbank vorgelegt. Nach jüngsten Angaben wurden ihr rund 11 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient. Rechnerisch würde der Anteil der Unicredit damit auf gut 37 Prozent steigen. Zudem hat sie sich über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente.

Die Commerzbank sieht bei diesen Angaben jedoch ein falsches Spiel und hat die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Sie kritisiert, dass die angedienten Aktien überwiegend von Banken stammten, mit denen die Unicredit über Finanzinstrumente Geschäfte mache, und nicht von unabhängigen Aktionären.

Es überrascht, dass die Unicredit deutlich vor Ende der Übernahmefrist, die bis zum 3. Juli verlängert werden kann, bereits so viele Aktien einsammelt. Ihre Offerte liegt unter dem aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie – für Aktionäre wäre die Annahme also ein Verlustgeschäft. Üblicherweise dienen Großinvestoren ihre Papiere erst kurz vor Fristende an.

Unicredit weist Kritik zurück

Die Unicredit wies die Vorwürfe der Commerzbank erneut zurück. Man habe „in vollem Umfang regelkonform und transparent“ gehandelt, schrieb die Bank. „Behauptungen, die tatsächliche Zahl der eingelieferten Aktien sei niedriger, weil diese Aktien von Unicredit geliehen worden seien, sind falsch und entbehren jeder Grundlage. Eingelieferte Aktien sind eingelieferte Aktien und unwiderruflich gebunden.“

Der Übernahmekampf zwischen den beiden Banken bleibt damit weiterhin angespannt. Die Commerzbank wehrt sich gegen die feindliche Übernahme, während die Unicredit ihre Strategie konsequent verfolgt. Wie der Konflikt ausgeht, bleibt abzuwarten.

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