Die Übernahme des traditionsreichen Filmstudios Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount ist vorerst gestoppt. Ein Bundesgericht in Oakland bei San Francisco hat die Fusion auf Antrag von zwölf US-Bundesstaaten für zwei Wochen ausgesetzt. In dieser Zeit soll über eine längerfristige einstweilige Verfügung gegen den Vollzug des mehr als 100 Milliarden Dollar schweren Deals verhandelt werden.
Wettbewerbsbedenken der Bundesstaaten
Die klagenden Bundesstaaten, darunter Kalifornien, argumentieren, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen. Richterin Araceli Martínez-Olguín befand, dass Paramount und Warner zusammen einen erheblichen Marktanteil im Filmgeschäft hätten. Es sei wahrscheinlich, dass die Übernahme als wettbewerbswidrig eingestuft werde, was eine zeitweise Aussetzung rechtfertige.
Finanzielle Folgen für Paramount
Für Paramount könnte jede Verzögerung teuer werden. Um die Warner-Aktionäre zu überzeugen, hatte das Unternehmen zusätzliche Zahlungen für jedes Quartal nach dem 30. September dieses Jahres bis zum Abschluss der Übernahme zugesagt. Das kostet Paramount rund 650 Millionen Dollar pro Vierteljahr.
Streit um Marktdefinition
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Klage wird die Marktdefinition sein. Die Bundesstaaten betrachten den Wettbewerb bei Blockbustern mit einem Einspielergebnis von mehr als 100 Millionen Dollar als eigenen Markt. Diese Filme seien für die Existenzsicherung der Kinos besonders wichtig. Eine größere Marktmacht eines einzelnen Players in diesem Bereich sei wettbewerbsfeindlich und schädlich für Kinos und Zuschauer. Paramount hält diese Segmentierung für realitätsfern.
US-Regierung hatte Deal genehmigt
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte den Milliardendeal bereits ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium sah weder den Wettbewerb noch die Verbraucher im TV-, Streaming- oder Filmgeschäft gefährdet. Laut dem „Wall Street Journal“ wurde die Übernahme von der Führung des Ministeriums durchgewinkt, bevor die zuständigen Juristen eine Empfehlung abgeben konnten.
Hintergrund: Paramount und der Trump-Unterstützer
Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Donald Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt, doch Paramount legte ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery vor, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal hat ein Volumen von rund 111 Milliarden Dollar.
Trump-Kritiker befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte – ähnlich wie bei anderen Medienübernahmen durch Trump-treue Milliardäre. Trump selbst hatte mehrfach betont, dass ihm ein Besitzerwechsel des oft kritisch über ihn berichtenden Nachrichtensenders besonders wichtig sei.



