430 Arbeitsplätze gefährdet: VW-Zulieferer Boryszew schließt zwei Werke nach gescheiterter Investorensuche
VW-Zulieferer schließt Werke - 430 Jobs gefährdet

Deutscher VW-Zulieferer muss zwei Standorte schließen

Nach mehr als einem Jahr intensiver Verhandlungen und der Suche nach einem Investor steht die Boryszew Kunststofftechnik Deutschland GmbH (BKD) vor dem endgültigen Aus. Das Unternehmen mit Sitz in Gardelegen wird seine beiden Werke in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) und Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) zum Ende des Jahres schließen. Insgesamt sind 430 Mitarbeiter von dieser Entscheidung betroffen.

Gescheiterte Investorensuche trotz stabiler Produktion

Obwohl der Betrieb in beiden Werken seit dem Insolvenzantrag im März 2025 stabil weiterlief und sogar eine Fortführungsvereinbarung mit dem Volkswagen-Konzern zustande kam, scheiterten alle Bemühungen um einen langfristigen Investor. Insolvenzverwalter Silvio Höfer von Anchor Rechtsanwälte erklärte: "Wir haben uns seit dem Insolvenzantrag vor einem Jahr sehr intensiv mit der Suche nach einem langfristigen Investor beschäftigt. Es wurden viele Gespräche geführt, aber bisher ist es leider zu keiner Einigung gekommen."

Die anhaltende Krise im Automotive-Sektor hatte das Unternehmen bereits in die Insolvenz getrieben. Der Umsatz war in den vergangenen Jahren von knapp 69 Millionen Euro auf rund 53 Millionen Euro gesunken. "Die aktuell angespannte Marktsituation hat es potenziellen Investoren unmöglich gemacht, eine tragfähige Perspektive für die Zukunft der Standorte zu entwickeln", so Höfer in einer offiziellen Mitteilung.

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Produktionsauslauf bis Jahresende geplant

Da keine neuen Aufträge vorliegen, die über das Ende des Jahres hinausreichen, beginnt nun die Vorbereitung für ein geordnetes Auslaufen der Produktion. Die Beschäftigten an beiden Standorten wurden bereits am vergangenen Dienstag über die bevorstehenden Schließungen informiert.

Bis zum endgültigen Herunterfahren der Produktion am Jahresende sollen alle 430 Arbeitsplätze erhalten bleiben. In engen Verhandlungen mit den Betriebsräten und Gewerkschaften wird derzeit eine sozialverträgliche Lösung für die betroffenen Mitarbeiter angestrebt.

Spezialisierte Komponenten für die Automobilindustrie

Das Unternehmen fertigte spezialisierte Kunststoff- und Zinkdruckguss-Komponenten, die vor allem im Autoinnenraum verbaut werden. Einer der größten Abnehmer war dabei der Volkswagen-Konzern. Das Werk in Gardelegen produzierte insbesondere Plastikteile für Fahrzeuginnenräume.

Insolvenzverwalter Höfer würdigte in seiner Mitteilung ausdrücklich das Engagement der Belegschaft: "Ich möchte mich ausdrücklich bei allen Beschäftigten für ihren außerordentlichen Einsatz bedanken, der es erst ermöglicht hat, dass die Produktion über diesen langen Zeitraum trotz der Insolvenz fortgeführt werden konnte."

Die Schließung der beiden Standorte markiert einen weiteren Rückschlag für die deutsche Automobilzuliefererbranche, die seit Jahren mit strukturellen Herausforderungen und Marktumbrüchen zu kämpfen hat.

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