Wenger distanziert sich von Infantinos Investorendeal
Wenger distanziert sich von Infantinos Investorendeal

Arsène Wenger, Direktor für globale Fußball-Entwicklung bei der Fifa, hat sich deutlich von dem umstrittenen Investorendeal des Weltverbands distanziert. Der Franzose erklärte, er habe von dem Projekt erst durch Medienberichte erfahren und sei an dem strategischen Plan nicht beteiligt gewesen. Diese Aussage fällt in eine Zeit, in der die Europäische Fußball-Union (Uefa) rechtliche Schritte gegen die Fifa prüft und sogar über eine Ablösung von Präsident Gianni Infantino diskutiert wird.

Wengers Unwissenheit und die Uefa-Kritik

Wenger, der bei der Fifa als Direktor für die globale Fußball-Entwicklung arbeitet, sagte wörtlich: „Ich war an diesem strategischen Plan nicht beteiligt und habe erst durch Medienberichte von dem Projekt erfahren.“ Seine Stellungnahme erfolgte, nachdem sein Name in einem Schreiben der Uefa-Anwälte an Infantino aufgetaucht war. Darin forderte die Uefa die Fifa auf, die Daten und die Kommunikation von 18 Führungskräften als potenzielle Beweismittel zu sichern. Die Uefa vermutet offenbar, dass interne Informationen über den geplanten Deal ausgetauscht wurden, die für die rechtliche Bewertung relevant sein könnten.

Der Investorendeal: Milliardenprojekt mit Risiken

Der umstrittene Plan sah vor, dass private Investoren rund 20 Prozent der Anteile an einer neu zu gründenden Tochtergesellschaft namens Fifa Forward Enterprise (FFE) erwerben sollten. Der Wert der FFE wurde zunächst mit 20 Milliarden Dollar beziffert. Diese Gesellschaft hätte die kommerziellen Rechte an den wichtigsten Fifa-Wettbewerben gebündelt, darunter die Männer- und Frauen-Weltmeisterschaft sowie die Klub-Weltmeisterschaft. Kritiker befürchten, dass ein solcher Deal die Unabhängigkeit der Fifa gefährden und zu Interessenkonflikten führen könnte. Die Uefa hatte den Plan daher scharf kritisiert und rechtliche Schritte angedroht. Wenger betonte nun, dass es „absolut notwendig“ gewesen sei, den Deal fallen zu lassen.

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Blatter fordert Klaveness als Nachfolgerin

Inzwischen wird offen über eine Ablösung von Fifa-Präsident Gianni Infantino diskutiert. Sein Vorgänger Joseph Blatter hat sich öffentlich für Lise Klaveness, die Präsidentin des norwegischen Fußballverbands, als Nachfolgerin ausgesprochen. Blatter schrieb auf der Plattform X: „Lise Klaveness verdient größten Respekt. Sie war die Einzige, die stets klar Stellung bezogen und sich nicht dem Mainstream angeschlossen hat. Und bei der Fifa ist die Zeit reif dafür, dass eine Frau die Führung übernimmt.“ Der 90-jährige Schweizer, der 2015 im Zuge des Korruptionsskandals zurücktrat und 2016 von Infantino abgelöst wurde, kritisiert seinen Nachfolger seit Jahren scharf.

Klaveness als kritische Stimme im Weltfußball

Lise Klaveness (45) gilt als eine kritische Stimme im internationalen Fußball. Sie setzt sich unter anderem für Frauenrechte ein und hat wiederholt Missstände im Weltverband angeprangert. Ihre mögliche Kandidatur könnte frischen Wind in die Fifa bringen, allerdings ist noch unklar, ob sie tatsächlich antreten wird. Infantino selbst strebt bei den Wahlen am 18. März 2024 in Rabat (Marokko) eine dritte und letzte Amtszeit von vier Jahren an. Bewerbungen müssen bis zum 18. November eingereicht werden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich weitere Kandidaten melden und ob die Diskussion um den Investorendeal weiter an Fahrt gewinnt.

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