Zalando in Erfurt: Betriebsrat fordert detaillierte Zahlen zur Schließung
Zalando-Erfurt: Betriebsrat verlangt Zahlen vom Management

Zalando in Erfurt: Betriebsrat stellt Management umfangreichen Fragenkatalog

Nach wochenlanger Funkstille hat der Betriebsrat des Online-Modehändlers Zalando in Erfurt nun Gespräche mit dem Management aufgenommen. Im Zentrum der Diskussionen steht die geplante vollständige Schließung des Logistikzentrums in der thüringischen Landeshauptstadt zum Ende des Monats September. Von dieser Entscheidung sind insgesamt 2.700 Arbeitnehmer betroffen, deren Zukunft nun ungewiss ist.

Betriebsrat fordert wirtschaftliche Begründung

Betriebsratsmitglied Jana Clausen erklärte gegenüber Medienvertretern, dass es der Arbeitnehmervertretung zunächst um eine fundierte wirtschaftliche Begründung für die Schließungspläne gehe. „Wir brauchen Zahlen, Daten, Fakten“, betonte Clausen nachdrücklich. Der Betriebsrat habe daher beschlossen, einen detaillierten Fragenkatalog aufzustellen, um die Hintergründe der Management-Entscheidung genau zu analysieren.

In einem zweiten Schritt wolle man dann auf Basis dieser Informationen über mögliche Alternativen zur kompletten Schließung des Standortes sprechen. „Wir wollen schauen, gibt es alternative Szenarien“, so Clausen weiter. Der Betriebsrat wird bei dieser Aufgabe von einer externen Beraterin und einem Rechtsanwalt unterstützt, um die Interessen der Beschäftigten bestmöglich zu vertreten.

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Keine Verhandlungen über Sozialplan

Bisher wurden entgegen den üblichen Verfahren bei Standortschließungen weder über einen Interessenausgleich noch über einen Sozialplan verhandelt. Das Management des Internet-Modehändlers hatte zuletzt bei einer Betriebsversammlung in Erfurt bekräftigt, an der Schließungsentscheidung festzuhalten und ließ daran keinen Zweifel aufkommen.

Jobbörse für betroffene Mitarbeiter geplant

Für die etwa 500 Beschäftigten, deren befristete Arbeitsverträge in den kommenden Wochen auslaufen, plant der Betriebsrat bereits konkrete Unterstützungsmaßnahmen. Eine Jobbörse ist für den 26. Februar im Steigerwaldstadion in Erfurt angesetzt. Erwartet werden dabei rund 60 Arbeitgeber aus der Region, die offene Stellen in verschiedenen Branchen besetzen möchten.

Laut Angaben der Arbeitsagentur umfasst das Angebotsspektrum der teilnehmenden Unternehmen:

  • Logistik und Transport
  • Pflege und Gesundheitswesen
  • Gastgewerbe und Hotellerie
  • Handel und Einzelhandel
  • Handwerk und Gewerbe

Diese Initiative soll den betroffenen Zalando-Mitarbeitern berufliche Perspektiven in der Region aufzeigen und den Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse erleichtern. Der Betriebsrat betont jedoch, dass parallel dazu weiterhin intensive Gespräche mit dem Management über die Zukunft des gesamten Standortes geführt werden.

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