Berlin wird derzeit von einer regelrechten Ameiseninvasion heimgesucht. Immer mehr Bewohner der Hauptstadt berichten von Ameisenstraßen in ihren Wohnungen und Häusern. Die kleinen Krabbeltiere scheinen auf der Suche nach Nahrung und Wasser vermehrt in menschliche Behausungen einzudringen. Experten erklären, warum die Plage gerade jetzt besonders stark ist und welche Mittel tatsächlich Abhilfe schaffen.
Warum Ameisen derzeit so aktiv sind
Laut Schädlingsbekämpfern liegt die Ursache in den aktuellen Wetterbedingungen. Die Kombination aus warmer Witterung und gelegentlichen Regenfällen sorgt für ideale Bedingungen für Ameisenvölker. „Die Tiere sind auf der Suche nach Futter und Nistmöglichkeiten und dringen dabei vermehrt in Gebäude ein“, erklärt ein Experte. Besonders betroffen sind Erdgeschosswohnungen und Häuser mit Gartenzugang.
Die häufigste Art in Berlin ist die Schwarze Wegameise (Lasius niger). Sie baut ihre Nester bevorzugt unter Pflastersteinen, in Mauerritzen oder unter Terrassen. Bei der Nahrungssuche legen sie weite Strecken zurück und hinterlassen dabei Duftspuren, die andere Ameisen anlocken. So entstehen die typischen Ameisenstraßen.
Hausmittel als wirksame Lösung
Viele Betroffene greifen zu chemischen Mitteln, doch Experten raten zunächst zu natürlichen Alternativen. „Hausmittel sind oft genauso wirksam und schonen die Umwelt“, betont ein Kammerjäger. Zu den empfohlenen Methoden gehören:
- Essigwasser: Eine Mischung aus Essig und Wasser im Verhältnis 1:1 aufgesprüht, unterbricht die Duftspuren der Ameisen.
- Zimt, Nelken oder Lavendel: Diese Gewürze und Kräuter wirken abschreckend auf die Insekten. Sie können als Barriere vor Fenstern und Türen ausgestreut werden.
- Backpulver mit Zucker: Das Gemisch lockt die Ameisen an, das Backpulver führt jedoch zu ihrem Tod. Allerdings sollte dies nicht in der Nähe von Haustieren angewendet werden.
- Kreide: Ein dicker Kreidestrich soll die Tiere ebenfalls abhalten, da sie die weiße Substanz meiden.
Warum viele Mittel schwer zu bekommen sind
Ein weiteres Problem: In Berlin sind bestimmte Ameisenmittel derzeit schwer erhältlich. „Aufgrund der hohen Nachfrage sind viele Produkte ausverkauft“, berichtet ein Mitarbeiter eines Baumarktes. Besonders betroffen sind Köderdosen und Sprays auf Basis von Permethrin oder anderen Insektiziden. Die Lieferengpässe führen dazu, dass Kunden oft leer ausgehen oder auf teurere Alternativen ausweichen müssen.
Einige Anbieter haben bereits ihre Preise erhöht. „Das ist ärgerlich, aber die Nachfrage ist einfach enorm“, so ein Händler. Experten empfehlen daher, auf Hausmittel zurückzugreifen, die in jedem Haushalt vorhanden sind.
Vorbeugung ist der beste Schutz
Um Ameisen gar nicht erst ins Haus zu lassen, raten Schädlingsbekämpfer zu einfachen Maßnahmen: Lebensmittel luftdicht verschließen, Krümel sofort entfernen, Müll regelmäßig entsorgen und Ritzen und Spalten abdichten. Auch das Entfernen von Pflanzenresten und Laub rund ums Haus kann helfen.
„Wer konsequent sauber hält und die Zugänge versperrt, hat gute Chancen, die Plage zu vermeiden“, sagt ein Experte. Sollte der Befall dennoch überhandnehmen, sei ein professioneller Kammerjäger die letzte Option. Doch für die meisten Fälle reichten die genannten Hausmittel völlig aus.



