Heike Witte, erfahrene Bademeisterin im Strandbad Tegelsee in Berlin, äußert im Gespräch mit dem Tagesspiegel ihre größten Sorgen an heißen Nachmittagen. Ihre Hauptsorge gelten Stand-Up-Paddle-Boards (SUPs), die ihrer Ansicht nach eine unterschätzte Gefahr darstellen.
Überschätzung und Risiken bei Paddle-Board-Ausflügen
„SUPs sind meine größte Sorge“, erklärt Witte. „Oft sind Erwachsene unterwegs, die sich völlig überschätzen – allein mit kleinen Kindern, manchmal sogar mit mehreren, paddeln sie auf ihrem Brett im Tiefwasser.“ Sie betont die Gefahr, wenn ein Erwachsener einen Sonnenstich erleidet oder gestochen wird: „Wenn da einer kollabiert, dann ist das Kind im Zweifel allein.“
Erst kürzlich ereignete sich ein tödlicher Badeunfall in Wandlitz, der die Risiken unterstreicht. Witte macht sich Sorgen um unsichere Schwimmer, die kein Bewusstsein für die Gefahren haben. „Man steht da draußen in der Hitze, rundherum fahren Hausboote und andere Gefährte vorbei – und wenn einer eine falsche Bewegung macht, ins Wasser fällt und kollabiert, wird es gefährlich.“
Diskussionen mit jüngeren Männern
Die Bademeisterin berichtet von Diskussionen, die sie vor allem mit jüngeren Männern führt. Diese würden die Risiken oft unterschätzen und sich nicht an Sicherheitshinweise halten. Trotz der tausenden Gäste, die täglich das Strandbad Tegelsee besuchen, betont Witte, dass die Polizei nicht eingreifen müsse – die Konflikte ließen sich meist durch klare Ansagen und Aufklärung lösen.
Alltag im Strandbad Tegelsee
Das Strandbad Tegelsee ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Berlin. An heißen Tagen strömen tausende Besucher an den See, um Abkühlung zu suchen. Für Witte und ihr Team bedeutet das eine hohe Verantwortung. Neben den Paddle-Boards bereiten auch Nichtschwimmer unter den Erwachsenen Probleme. „Es gibt erwachsene Nichtschwimmer, die sich ins tiefe Wasser wagen – das ist brandgefährlich“, so Witte.
Die Bademeisterin appelliert an die Vernunft der Badegäste: „Jeder sollte seine Fähigkeiten realistisch einschätzen und auf Kinder besonders Acht geben.“ Sie wünscht sich mehr Bewusstsein für die Gefahren, die im und am Wasser lauern.



