Zwei Jahre nach dem EM-Desaster wollte BILD-Reporter Matthias Hoffmann der Deutschen Bahn eine zweite Chance geben – und wurde erneut enttäuscht. Auf der Fahrt von Frankfurt nach Berlin sollte das WM-Auftaktspiel Deutschland gegen Curacao live im ICE verfolgt werden. Doch das WLAN des Staatskonzerns versagte kläglich.
Probleme schon vor der Abfahrt
Eigentlich sollte der Zug um 17.02 Uhr abfahren, doch die Bahn strich die Verbindung grundlos. Eine Benachrichtigung darüber blieb aus. Nur durch einen zufälligen Blick in die App am Mittag konnte Hoffmann rechtzeitig umbuchen. So startete der ältere ICE um 16.03 Uhr mit einer Minute Verspätung.
Erste Hoffnung, dann Ernüchterung
Bei Offenbach-Ost funktionierte das Internet kurzzeitig, doch dann bemerkte Hoffmann: Er hatte auf einen Sprinter umgebucht, der nur 3:41 Stunden braucht – er würde während des Spiels in Berlin ankommen. „Ich kann die Bahn für vieles verantwortlich machen – aber nicht für meine Dyskalkulie“, so Hoffmann. Also hoffte er auf Verspätung.
In Niedersachsen stoppte der Zug wegen eines defekten Scheibenwischers. 20 Minuten Stillstand. „Halleluja, alles ist möglich“, dachte Hoffmann. Doch die Hoffnung währte kurz.
Livestream: Nur Standbilder und Fehler
Um 18.55 Uhr klappte Hoffmann den Laptop auf. Die ARD-Seite lud, aber das war es auch. Bei Tempo 200 zeigte sich ein eingefrorenes Bild von Wirtz, der die Nationalhymne sang. Nach 40 Sekunden kam ein Wiedergabefehler. Der Hinweis auf Geolocking war für Hoffmann absurd: „Die Ursache ist deutscher als Socken in Sandalen und nutzt noch Windows 3.11.“
Nach mehreren Refreshs sah er kurz Rasen, dann wieder nur Standbilder. Spielminute 1.46 dauerte 28 Sekunden, dann sprang es auf Minute 2.02. Um 19.09 Uhr gab Hoffmann auf und wechselte zu BILD.de für den Liveticker – auch das Laden dauerte ewig.
Fazit: Keine dritte Chance
Die Bahn, die sich als fan-nahes Unternehmen darstellt, hat es erneut geschafft, den Spaß am Spiel zu nehmen. Hoffmann verzichtet auf eine Presseanfrage: 2024 hatte die Bahn die Schuld auf Mobilfunk-Anbieter und Kunden geschoben. „Eine dritte Chance werde ich der failed company nicht geben“, so Hoffmann.



