Mieten in Berlin: Prenzlauer Berg kein Verdrängungsmotor
Berliner Mieten: Prenzlauer Berg kein Verdrängungsmotor

Die Mieten in den angesagten Berliner Vierteln wie Mitte, Friedrichshain und Prenzlauer Berg sind hoch – doch die aktuellen Bewohner:innen können sie sich in der Regel leisten. Das zeigt eine aktuelle Analyse. Der eigentliche Verdrängungsmotor sind die Wohnkosten in anderen Stadtteilen.

Analyse: Wer heute in den In-Vierteln wohnt, kann sich die Miete leisten

Laut einer Untersuchung des Tagesspiegels sind die Angebotsmieten in den beliebten Kiezen zwar stark gestiegen, aber diejenigen, die bereits dort leben, haben meist ein ausreichend hohes Einkommen. Die Analyse belegt, dass die Sorge vor Verdrängung vor allem die Bewohner:innen in weniger zentralen Bezirken betrifft, wo die Mietsteigerungen im Verhältnis zum Einkommen deutlich schwerer wiegen.

Konkret zeigt die Auswertung: In Prenzlauer Berg zahlen Bestandsmieter:innen im Schnitt 8,50 Euro pro Quadratmeter, während Neuvermietungen bei über 14 Euro liegen. Dennoch liegt die Belastungsquote – also der Anteil des Einkommens, der für die Miete ausgegeben wird – bei den aktuellen Bewohner:innen im Schnitt bei nur 27 Prozent. Anders sieht es in Neukölln oder Spandau aus: Dort müssen Haushalte mit mittlerem Einkommen oft mehr als 35 Prozent für die Kaltmiete aufwenden.

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Verdrängung droht vor allem in Außenbezirken

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der angespannte Wohnungsmarkt nicht überall gleich wirkt. Während in den Szenevierteln die Mieten bereits auf hohem Niveau stabil sind, steigen sie in den Außenbezirken schneller als die Einkommen. „Die Verdrängung findet nicht dort statt, wo alle hinschauen, sondern in den Vierteln, die bisher als bezahlbar galten“, sagt die Autorin der Analyse.

Betroffen sind vor allem Familien und Geringverdiener:innen, die auf günstigen Wohnraum angewiesen sind. In Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Teilen von Reinickendorf sind die Angebotsmieten innerhalb von fünf Jahren um bis zu 40 Prozent gestiegen, während die Durchschnittseinkommen nur um etwa 10 Prozent wuchsen.

Auswirkungen auf den Mietmarkt

Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen: Wer in den Außenbezirken keine bezahlbare Wohnung findet, zieht oft in das Umland von Berlin. Gleichzeitig führt die hohe Nachfrage nach zentralen Lagen dazu, dass dort kaum noch freie Wohnungen auf den Markt kommen. Die Analyse empfiehlt, den Wohnungsbau gezielt in den betroffenen Stadtteilen zu fördern und den sozialen Wohnungsbau auszuweiten.

Die Debatte um den Berliner Mietmarkt wird seit Jahren intensiv geführt. Der Volksentscheid zur Enteignung großer Wohnungskonzerne im Jahr 2021 hat die Diskussion weiter angeheizt. Doch die aktuelle Analyse zeigt: Eine pauschale Betrachtung der In-Viertel greift zu kurz. Die Politik muss differenzierter vorgehen, um Verdrängung effektiv zu verhindern.

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