Ein betrunkener und aggressiver Passagier ohne gültigen Fahrschein hat am Montagabend für einen außerplanmäßigen Halt des ICE 2900 von Berlin nach Hamburg gesorgt. Der Zug musste in Ludwigslust stoppen, rund eine halbe Stunde Verspätung war die Folge.
Der 36-jährige Mann war kurz nach der Abfahrt in Berlin aufgefallen, weil er kein gültiges Ticket vorweisen konnte. Nach Angaben der Bundespolizei war er nicht bereit, den Fahrpreis nachzuzahlen. Als ein Bahnmitarbeiter später erneut versuchte, die Angelegenheit zu klären, reagierte der Fahrgast äußerst ungehalten, aggressiv und beleidigend. Er stieß den Kontrolleur und einen weiteren Bahnmitarbeiter mit der flachen Hand weg.
Polizeieinsatz in Ludwigslust
Daraufhin stoppte der ICE am Bahnhof Ludwigslust, und die Polizei rückte an. Die Beamten übergaben den Mann der zuständigen Bundespolizei. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,75 Promille. Der Mann besaß ein Deutschlandticket, wie eine Sprecherin der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Nach dem Einsatz konnte der 36-Jährige seine Fahrt fortsetzen – allerdings im Regionalverkehr.
Zu weiteren Vorfällen kam es nicht. Die Zahl der Übergriffe auf Bahnmitarbeiter steigt jedoch seit Jahren. Nach Angaben der Bundesregierung registrierte die Bundespolizei im vergangenen Jahr rund 2690 Angriffe auf Beschäftigte der Deutschen Bahn – etwa elf Prozent mehr als im Vorjahr. Für viele Zugbegleiter gehört die Sorge vor Gewalt inzwischen zum Arbeitsalltag.



