Bigbank überholt Chase: 4,05 Prozent Tagesgeld-Zinsen als neuer Spitzenreiter
Bigbank: 4,05 % Tagesgeld-Zinsen – neuer Spitzenreiter

Die Bigbank hat sich mit einem neuen Tagesgeld-Angebot an die Spitze der Zinsvergleiche gesetzt. Neukunden erhalten bei dem estnischen Geldhaus nun 4,05 Prozent Zinsen pro Jahr für die ersten vier Monate. Damit übertrifft die Bigbank die bisherigen Spitzenreiter Norisbank, Crédit Agricole und Chase, die jeweils 4,0 Prozent bieten. Der Basiszinssatz nach Ablauf der Aktionsphase liegt bei 2,25 Prozent – ebenfalls führend im Vergleich.

Konditionen der Bigbank im Detail

Das Tagesgeldkonto der Bigbank lässt sich online eröffnen und bietet folgende Konditionen: Neukunden erhalten 4,05 Prozent Zinsen für vier Monate, danach sinkt der Zinssatz auf 2,25 Prozent. Der maximale Anlagebetrag beträgt 250.000 Euro. Die Zinsauszahlung erfolgt jährlich zum 31. Dezember. Die Einlagensicherung beträgt 100.000 Euro pro Kunde und greift über den estnischen Schutzschirm. Estland wird von Standard & Poor's mit der Bonitätsnote A+ bewertet.

Ein wichtiger Hinweis für Sparer: Die Bigbank zahlt die Zinsen brutto aus, also ohne Abzug von Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Kunden müssen die Erträge in ihrer Steuererklärung über die Anlage KAP angeben.

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Weitere Top-Angebote im Tagesgeld-Vergleich

Neben der Bigbank bieten mehrere Banken attraktive Tagesgeld-Zinsen. Die Crédit Agricole garantiert 4,0 Prozent bis zum 31. Januar 2027 – die längste Zinsgarantie am Markt. Allerdings ist hier die Eröffnung eines Girokontos erforderlich, und der Maximalbetrag ist auf 10.000 Euro begrenzt. Die Norisbank bietet ebenfalls 4,0 Prozent für sechs Monate, erfordert aber ebenfalls ein Girokonto und die Umstellung von drei Zahlungsverbindungen. Chase hingegen gewährt 4,0 Prozent für vier Monate ohne Girokonto-Zwang, mit einem Anschlusszins von 2,0 Prozent.

Die Renault Bank hat ihre Tagesgeld-Zinsen auf 3,5 Prozent für drei Monate erhöht, mit einem Anschlusszins von 2,0 Prozent. Die VW Bank bietet 2,9 Prozent für sechs Monate – eine überdurchschnittlich lange Zinsgarantie. Die Commerzbank gewährt 2,25 Prozent für zwölf Monate auf ihrem Topzinskonto Plus, mit deutscher Einlagensicherung.

Festgeld: J&T Direktbank und SWK Bank vorn

Im Festgeld-Bereich liegt die J&T Direktbank mit 3,5 Prozent für zehn Jahre vorn. Für kürzere Laufzeiten bietet die SWK Bank 3,5 Prozent für sechs Monate. Die BBVA zahlt 3,4 Prozent für fünf Jahre, die Pbb direkt 3,3 Prozent für fünf Jahre. Die VW Bank hat ihre Festgeld-Zinsen ebenfalls erhöht: 3,0 Prozent für ein Jahr, 3,1 Prozent für zwei und drei Jahre.

„Aufgrund der schon lange sehr niedrigen Tagesgeldzinsen bei Sparkassen und Volksbanken dürften viele Kunden ihre Ersparnisse in der Vergangenheit zu Banken mit höheren Zinsen abgezogen haben“, sagt Oliver Maier von Verivox. „Nun würden einige der Banken versuchen, abgeflossene Gelder mit hohen Aktionszinsen zurückzugewinnen.“

EZB-Leitzins beeinflusst Sparzinsen

Die jüngsten Zinserhöhungen vieler Banken folgen der Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Einlagenzins der EZB, zu dem Banken Geld bei ihr parken können, beeinflusst die Sparzinsen für Verbraucher maßgeblich. Nach der Erhöhung haben unter anderem Trade Republic und die Commerzbank ihre Zinsen angehoben. Trade Republic zahlt nun 2,25 Prozent auf nicht investiertes Guthaben, die Commerzbank 2,25 Prozent für das Topzinskonto Plus.

Laut einer Erhebung von Verivox beträgt der durchschnittliche Zins für zweijähriges Festgeld derzeit etwa 2,34 Prozent – ein Anstieg um 0,07 Prozentpunkte gegenüber Mai. Beim Tagesgeld liegt der Durchschnittszins für Bestandskunden bei 1,34 Prozent. Neukunden können jedoch deutlich höhere Erträge erzielen, wie die aktuellen Angebote zeigen.

Wichtige Hinweise zu den Angeboten

Sparer sollten bei der Auswahl des richtigen Produkts nicht nur auf den Zinssatz achten, sondern auch auf die Anlagedauer, Flexibilität und Einlagensicherung. Tagesgeld eignet sich besonders für kurzfristige Anlagen und als Notgroschen, während Festgeld höhere Zinsen für festgelegte Laufzeiten bietet. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Guthaben bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Bei ausländischen Banken greift der Schutzschirm des jeweiligen Heimatlandes.

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Die Bigbank sowie viele andere Anbieter zahlen Zinsen brutto aus. Kunden müssen die Erträge selbst versteuern. Bei Banken mit deutscher Einlagensicherung wie der Commerzbank oder der VW Bank erfolgt der Steuerabzug automatisch.