Capri-Sun-Chef: Petition für Plastikstrohhalme war schlecht gemacht
Capri-Sun-Chef: Petition für Plastikstrohhalme schlecht

Capri-Sun-Chef kritisiert eigene Petition zu Plastikstrohhalmen

Nach dem Scheitern der Online-Petition von Capri-Sun für eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm hat der langjährige Unternehmenschef Hans-Peter Wild deutliche Kritik an der Aktion geübt – das Ziel jedoch verteidigt. „Die Petition war schlecht gemacht und falsch – das nur nebenbei“, sagte Wild, Präsident des Verwaltungsrates der Capri Sun Group Holding AG, der „Rhein-Neckar-Zeitung“. „Aber in der Sache macht die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn.“

Das Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg bemüht sich seit 2024 um eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm und benötigt dafür eine Genehmigung der Europäischen Union (EU). Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Pläne scharf. Aufgrund eines EU-weiten Verbots von Einwegplastikprodukten verwendet Capri-Sun seit 2021 Papierstrohhalme an seinen klassischen Trinkbeuteln.

Verbraucherkritik am Papierstrohhalm

Seit der Umstellung auf Papierstrohhalme gibt es laut Unternehmensangaben anhaltende Kritik von Verbrauchern: Der Papierstrohhalm lasse sich schlechter einstecken, werde weich und führe zu einem unangenehmen Papiergeschmack beim Trinken. Capri-Sun habe den Papierstrohhalm deswegen bereits mehrfach überarbeitet, um die Akzeptanz zu erhöhen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

„Der Capri-Sun-Trinkpack ist 100-prozentig recycelbar“, betonte Wild in dem Interview anlässlich seines 85. Geburtstages. „90 Prozent der Papierhalme bleiben in der Tüte drin, wenn sie leer getrunken ist.“ Aus seiner Sicht wäre es besser, wenn der recycelbare Strohhalm in der Capri-Sun verbleibe und der gesamte Trinkbeutel so komplett recycelt werden könne.

Unternehmenspläne und Kritik von Umweltschützern

Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den Strohhalm aus dem gleichen Material herstellen wie den Trinkbeutel: dem Kunststoff Polypropylen. Mit einer Online-Petition wollte Capri-Sun eine Million Unterschriften sammeln, erreichte jedoch nur weniger als 170.000 Unterschriften.

Umwelt- und Verbraucherschützer üben weiterhin scharfe Kritik an den Bemühungen des Unternehmens. Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe erklärte kürzlich: „Der anhaltende Kampf von Capri Sun für Einweg-Plastikstrohhalme ist aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis.“ Die kleinen Trinkbeutel seien vor allem für den Konsum unterwegs konzipiert und landeten entsprechend oft in der Umwelt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration