Der 32-jährige Künstler Marcin aus Wien hat eine ungewöhnliche Methode gefunden, um die Liebe zu finden: Statt auf Dating-Apps wie Tinder zu setzen, klebt er in Berlin-Mitte Dating-Sticker an Laternenmasten. Auf den Aufklebern steht „Suche die perfekte Frau“ sowie ein QR-Code, der direkt zu seiner Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Social-Media-Kanälen führt.
Vom Swipen zum Laternenkleben
Marcin, der sich als Künstler beschreibt, tauschte das digitale Swipen gegen Zufall, Mut und echte Gespräche ein. Sein neues Matchmaking-System nennt er „Berliner Laternenmast“. Der Erfolg gibt ihm recht: „Ich darf echt nur wenige Sticker kleben, sonst rufen mich massenhaft Frauen an“, berichtet er gegenüber BILD. Die Resonanz sei so überwältigend, dass er die Anzahl der Sticker begrenzen müsse.
Das Experiment begann, als Marcin die Oberflächlichkeit von Dating-Apps satt hatte. Er suchte nach einer authentischeren Art, Menschen kennenzulernen. Die Idee mit den Stickern kam ihm spontan, und er testete sie zunächst in Wien, bevor er sie nach Berlin ausweitete. In Berlin-Mitte, einem beliebten Stadtteil mit vielen Passanten, hofft er auf eine noch größere Reichweite.
Sechs Tipps für Nachahmer
Marcin gibt allen, die sein Liebes-Experiment nachmachen wollen, sechs konkrete Tipps: Erstens solle man mutig sein und keine Angst vor Ablehnung haben. Zweitens sei ein guter Standort entscheidend – viel Publikumsverkehr erhöhe die Chancen. Drittens empfiehlt er einen klaren und einladenden Text auf dem Sticker. Viertens solle der QR-Code zu einer persönlichen, aber nicht zu intimen Kontaktmöglichkeit führen. Fünftens rät er, die Sticker regelmäßig zu erneuern, da sie sonst übersehen oder überklebt werden. Sechstens solle man auf die Reaktionen vorbereitet sein – und nicht zu viele Sticker auf einmal kleben, um den Ansturm zu bewältigen.
Die Aktion hat nicht nur persönliche, sondern auch künstlerische Dimensionen: Marcin sieht die Sticker als Teil seiner Kunst, die den öffentlichen Raum nutzt, um soziale Interaktionen zu fördern. Er plant, das Projekt in weiteren Städten auszuweiten und möglicherweise eine Ausstellung dazu zu machen.
Erfolg und Herausforderungen
Obwohl die Methode überraschend gut ankommt, gibt es auch Herausforderungen. Marcin muss sicherstellen, dass die Sticker nicht als illegale Plakatierung gelten. Bisher hat er keine Probleme mit den Behörden, aber er hält sich an die Regeln des öffentlichen Raums. Zudem ist die Menge der Anrufe manchmal überwältigend, sodass er nicht immer sofort reagieren kann. Dennoch zieht er eine positive Bilanz: „Es ist aufregend und ehrlicher als jede App. Man trifft Menschen, die wirklich Interesse haben, nicht nur welche, die aus Langeweile swipen.“
BILD hat den ungewöhnlichen Single getroffen und ihn gefragt, warum er Tinder gegen Laternen tauscht und ob die Sticker wirklich aus dem Dating-App-Sumpf führen. Seine Antwort: „Es geht um den Zufall und den Mut, etwas Neues zu wagen. Die Sticker sind ein Türöffner für echte Begegnungen.“



