Mehr als 1600 bestätigte Fälle von Cyclosporiasis in den USA stehen im Zusammenhang mit kleingeschnittenem Eisbergsalat der Fast-Food-Kette Taco Bell. Das teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mit. Die Lebensmittelbehörde FDA identifizierte einen Lieferanten aus Kalifornien, von dem Taco Bell den Salat bezogen hatte. Das Unternehmen habe zugesichert, keinen Salat mehr von diesem Lieferanten zu verwenden.
Betroffene Bundesstaaten und Warnung der CDC
Die CDC warnte die Bevölkerung: „Verzehren Sie keinen kleingeschnittenem Eisbergsalat aus Taco-Bell-Filialen in Indiana, Kentucky, Michigan, Ohio und West Virginia.“ Die Behörde betonte, dass weitere Bundesstaaten hinzukommen könnten. Mehr als 1600 Erkrankte gaben an, in Filialen der Kette in diesen fünf Bundesstaaten gegessen zu haben. Die FDA erklärte, dass die Untersuchungen noch andauern und die Liste der betroffenen Standorte erweitert werden könnte.
Zahl der Infektionen und Krankenhauseinweisungen
Bislang wurden mehr als 1600 Cyclosporiasis-Infektionen bestätigt. Weitere 5100 Fälle würden noch untersucht, hieß es von der CDC. Da die Krankheit häufig unerkannt bleibe oder nicht gemeldet werde, dürfte die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen. 141 Menschen wurden in Krankenhäuser eingeliefert, Todesfälle wurden bislang nicht registriert.
Ursache und Übertragung des Parasiten
Der Parasit Cyclospora cayetanensis wird laut CDC in der Regel nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern über mit Fäkalien verunreinigte Lebensmittel oder Wasser. Er befällt den Dünndarm und verursacht wässrigen Durchfall mit häufigem, teils sehr heftigem Stuhlgang. Laut dem Fachmagazin „Nature“ entzündet der Parasit die Darmschleimhaut, wodurch die Fähigkeit des Körpers gestört wird, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Der Körper spült überschüssige Flüssigkeit über den Darm aus. Meist heilt die Infektion von selbst aus, doch die Erkrankung kann Wochen oder sogar Monate andauern und in einigen Fällen schwer verlaufen. Cyclosporiasis-Ausbrüche treten in der Regel im Sommer auf.
Personalmangel bei den CDC als Verzögerungsgrund
Joel Barratt, Molekularparasitologe an der Emory School of Medicine in Atlanta (Georgia), äußerte sich gegenüber „Nature“ zu den Verzögerungen bei der Untersuchung. Er war acht Jahre lang bei den CDC tätig und leitete dort das Team für Parasitenüberwachung. Vor zehn Monaten verließ er die Behörde, nachdem die Regierung von US-Präsident Donald Trump Beschäftigte entlassen oder zum Weggang ermutigt hatte, um den Staatsapparat zu verkleinern. Barratt sagte: „Die Zahl der Mitarbeitenden, die an solchen Ausbrüchen arbeiten, ist nicht mehr das, was sie einmal war.“ Dies könnte erklären, warum die Identifizierung des Lieferanten so lange dauerte.



