Postbank-Studie: Eltern verlieren Kontrolle über Handynutzung ihrer Kinder
Eltern verlieren Kontrolle über Handynutzung der Kinder

Die Mehrheit der Eltern in Deutschland verzichtet auf feste Zeitlimits für die Smartphone-Nutzung ihrer Kinder und überwacht Social-Media-Aktivitäten nur unzureichend. Das zeigt die repräsentative „Postbank Digitalstudie 2026“, für die im Mai über 3.000 Personen befragt wurden, darunter 732 mit Kindern im Haushalt.

Keine Zeitlimits für Handys in zwei Dritteln der Familien

Laut Studie gibt es in 65 Prozent der Haushalte keinerlei zeitliche Beschränkungen für die tägliche Handynutzung. Auch vor dem Schlafengehen wird der Konsum kaum reguliert: In zwei Dritteln der Familien existiert kein Handyverbot. Zudem fehlen in 57 Prozent der Familien klare Regeln zur Nutzung sozialer Netzwerke wie TikTok, Instagram oder YouTube. Viele Eltern vertrauen auf die Eigenverantwortung der Kinder und kontrollieren bewusst nicht.

Besonders Eltern ab 40 Jahren sind zurückhaltend: 61 Prozent in dieser Altersgruppe überprüfen die Inhalte und Aktivitäten ihrer Kinder im Netz nicht oder nur unregelmäßig. Dabei verbringt fast die Hälfte (47 Prozent) der unter 18-Jährigen laut Angaben der Eltern täglich mehr als eine Stunde in sozialen Netzwerken.

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Große Mehrheit für Altersbeschränkungen bei Social Media

Trotz der laxen Handhabung im eigenen Haushalt spricht sich eine überwältigende Mehrheit von 86 Prozent der Befragten für eine Altersbeschränkung bei der Nutzung von Social Media aus. Nur 14 Prozent halten dies für unsinnig. 44 Prozent plädieren für ein Mindestalter von 16 Jahren oder älter, 27 Prozent für 14 bis 15 Jahre, 10 Prozent für 12 bis 13 Jahre und 3 Prozent für 10 bis 11 Jahre.

Interessant: In Haushalten ohne Kinder sind die Forderungen strenger. 48 Prozent der Kinderlosen befürworten eine Altersgrenze von mindestens 16 Jahren, während es in Familien mit Kindern nur 31 Prozent sind.

Immer früher: Erstes Smartphone oft vor dem neunten Lebensjahr

Die Postbankstudie zeigt auch, dass Kinder immer früher ein eigenes Smartphone erhalten. 54 Prozent der Heranwachsenden bekommen ihr erstes Gerät zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr. Jedes fünfte Kind besitzt bereits mit acht Jahren oder jünger ein eigenes Smartphone. Jüngere Eltern (unter 40 Jahren) statten ihre Kinder tendenziell früher aus: Ein Viertel von ihnen übergibt das erste Handy vor dem neunten Geburtstag, bei älteren Eltern sind es nur 14 Prozent.

Handyverbot an Schulen von 82 Prozent der Eltern befürwortet

Wenn Eltern Regeln aufstellen, betreffen sie meist das physische Zusammenleben: Für 51 Prozent ist das Smartphone während der Mahlzeiten tabu, jeder Zweite verbietet es bei Hausaufgaben und in der Schule. Auch der Zugriff auf bestimmte Apps oder Webseiten wird in rund der Hälfte der Familien untersagt.

Da Eltern außerhalb der eigenen vier Wände kaum Regeln durchsetzen können, fordern sie mehr Unterstützung von Institutionen: 82 Prozent der Eltern (und 83 Prozent aller Deutschen) befürworten ein Handyverbot an Schulen. Hauptgrund ist für 51 Prozent, dass die Geräte den Unterricht und die Konzentration der Schüler stören.

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