Ernährungs-Mythos: Kann gesunde Ernährung Sonnencreme ersetzen?
Ernährungs-Mythos: Kann Essen Sonnencreme ersetzen?

Berlin. Im Internet kursieren zahlreiche Mythen rund um den Sonnenschutz. Eine besonders hartnäckige Behauptung: Gesunde Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel könnten die Haut so von innen schützen, dass auf Sonnencreme verzichtet werden kann. Die Dermatologin Dr. med. Sabine Müller vom Berliner Hautärztezentrum ordnet diese Behauptungen ein und stellt klar: „Kein Lebensmittel und keine Tablette kann den physikalischen Schutz einer Sonnencreme ersetzen.“

Antioxidantien als Unterstützung, nicht als Ersatz

Immer wieder werden Carotinoide wie Astaxanthin oder Beta-Carotin als „innerer Sonnenschutz“ beworben. Diese Stoffe wirken als Antioxidantien und können tatsächlich dazu beitragen, freie Radikale zu neutralisieren, die durch UV-Strahlung entstehen. „Antioxidantien aus der Ernährung unterstützen den hauteigenen Schutzmechanismus, aber sie ersetzen nicht die Barriere, die Sonnencreme bietet“, erklärt Dr. Müller. Studien zeigen, dass eine Ernährung reich an Obst und Gemüse die Hautalterung verlangsamen kann – jedoch nicht ausreicht, um Sonnenbrand oder Hautkrebs zu verhindern.

Die Mythen im Überblick

Neben dem Mythos vom „Schutz von innen“ gibt es weitere weit verbreitete Irrtümer. Einer davon: Gebräunte Haut schützt vor Sonnenbrand. „Eine Bräune entspricht einem Lichtschutzfaktor von etwa 2 bis 4 – das ist völlig unzureichend“, warnt die Hautärztin. Ein weiterer Mythos besagt, dass Sonnencreme zu Vitamin-D-Mangel führe. „Selbst bei regelmäßiger Anwendung von Sonnencreme wird ausreichend Vitamin D produziert, da die Creme nie hundertprozentig schützt und man auch im Alltag Sonnenlicht ausgesetzt ist“, so Dr. Müller. Sie empfiehlt, bei Bedarf Vitamin-D-Präparate einzunehmen, anstatt auf Sonnenschutz zu verzichten.

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Sonnencreme ist und bleibt essenziell

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) betont, dass Sonnencreme mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30) der wichtigste Schutz vor UV-bedingten Hautschäden ist. „Nahrungsergänzungsmittel können niemals die physikalische oder chemische Barriere einer Creme ersetzen“, sagt DDG-Sprecher Prof. Dr. med. Thomas Schwarz. Zudem warnen Experten vor der irrigen Annahme, dass Sonnencreme selbst krebserregend sei. „Die Inhaltsstoffe sind streng geprüft und zugelassen. Der Nutzen überwiegt die Risiken bei weitem“, so Prof. Schwarz.

Fazit der Expertin

Dr. Müller rät zu einer Kombination aus bewusster Ernährung und konsequentem Sonnenschutz: „Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und gesunden Fetten ist gut für die Hautgesundheit. Aber sie ist kein Freifahrtschein, um ohne Sonnencreme in die Sonne zu gehen.“ Wer seinen Körper von innen unterstützen möchte, sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C, Vitamin E und sekundären Pflanzenstoffen achten – und dennoch nicht auf Sonnencreme verzichten.

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