Der CDU-Bundestagsabgeordnete Yannick Bury, einst als Kritiker von Parteichef Friedrich Merz bekannt, hat den Vorsitz der deutsch-französischen Parlamentarischen Versammlung übernommen. Der 32-jährige Volkswirt aus Freiburg wurde am Mittwoch in Paris zum Präsidenten des Gremiums gewählt, das die Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Bundestag und der französischen Nationalversammlung koordiniert.
Vom Rentenrebell zum Spitzenposten
Bury gehörte im Herbst 2023 zu jenen jungen Unionsabgeordneten, die sich gegen die Rentenpolitik von Kanzler Olaf Scholz und der Fraktionsspitze stellten. Damals forderte er eine stärkere Berücksichtigung der jungen Generation. Seither ging es für ihn steil bergauf: Er wurde finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und übernahm eine führende Rolle in der Europapolitik.
In seinem Bundestagsbüro hängen Poster von Wirtschaftsgrößen wie Ludwig Erhard und Walter Eucken, dem Begründer der ordoliberalen Freiburger Schule. Bury studierte und arbeitete an der Universität Freiburg, bevor er 2021 in den Bundestag einzog.
Neue Rolle in der Europapolitik
Als Vorsitzender der Parlamentarischen Versammlung will Bury die deutsch-französische Zusammenarbeit vertiefen. Er gilt als Befürworter einer stärkeren europäischen Integration und als Antreiber für Reformen in der EU. Seine Wahl erfolgte mit breiter Unterstützung beider Seiten.
Bury selbst erklärte: "Die deutsch-französische Freundschaft ist der Motor Europas. Ich will dazu beitragen, dass wir in zentralen Fragen wie Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit gemeinsam vorankommen."
Reaktionen aus der Politik
Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) begrüßte die Wahl: "Yannick Bury bringt wirtschaftspolitische Expertise und europäische Leidenschaft mit. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit." Auch aus der CDU kam Lob: Fraktionsvize Johann Wadephul betonte, Bury werde "frische Impulse" setzen.
Die Parlamentarische Versammlung tagt mehrmals jährlich und berät über bilaterale Projekte. Bury tritt die Nachfolge des französischen Abgeordneten Christophe Arend an, der das Amt seit 2019 innehatte.



