Ein kleiner Bolonka namens Bruno starb, nachdem er auf einer gewohnten Gassirunde einen Giftköder gefressen hatte. Seine Halterin Madlen Jaehnert bemerkte erst am nächsten Morgen, dass seine Hinterläufe wegknickten. Wenige Stunden später musste sie ihn einschläfern lassen. Der Fall zeigt, wie heimtückisch Giftköder sind – und wie wichtig es ist, seinen Hund zu schützen und im Ernstfall richtig zu handeln.
Wie erkennen Sie Giftköder?
Giftköder sehen oft harmlos aus: Fleischstücke, Wurst oder Käse, die mit Gift wie Schneckenkorn, Rattengift oder sogar Metaldehyd versetzt sind. Manchmal sind sie auch mit Rasierklingen oder Nägeln gespickt. Achten Sie auf ungewöhnlich platzierte Futterreste, besonders in Parks oder an beliebten Spazierwegen. Jede Meldung über verdächtige Funde kann Leben retten – teilen Sie solche Hinweise sofort in lokalen Hundegruppen oder bei der Polizei.
Symptome: Diese Anzeichen dürfen Sie nie ignorieren
Die Symptome einer Vergiftung treten oft verzögert auf. Zu den häufigsten gehören: Erbrechen, Durchfall, Zittern, Krämpfe, Koordinationsstörungen, starkes Speicheln, Teilnahmslosigkeit oder plötzliche Lähmungserscheinungen. „Wenn Ihr Hund eines dieser Symptome zeigt, zögern Sie nicht – fahren Sie sofort zum Tierarzt“, rät Dr. med. vet. Sabine Müller von der Tierklinik Berlin. Je früher die Behandlung beginnt, desto höher die Überlebenschance.
Erste Hilfe: Was tun im Ernstfall?
Bevor Sie zum Tierarzt fahren, können Sie Folgendes tun: Wenn der Hund bei Bewusstsein ist und die Vergiftung weniger als zwei Stunden zurückliegt, kann Aktivkohle (1 g pro kg Körpergewicht) helfen, Giftstoffe zu binden. Geben Sie sie mit etwas Wasser ein. Keinesfalls Milch oder Öl verabreichen – das kann die Aufnahme des Giftes beschleunigen. Auch Erbrechen herbeiführen ist nur nach Rücksprache mit einem Giftnotruf oder Tierarzt sinnvoll. Notieren Sie, was der Hund gefressen haben könnte, und nehmen Sie eine Probe des Köders mit.
Prävention: So minimieren Sie das Risiko
Trainieren Sie Ihren Hund auf „Aus“ oder „Nein“, damit er nichts vom Boden aufnimmt. Führen Sie ihn an stark frequentierten Orten an der Leine. Meiden Sie Gebiete, in denen bereits Giftköder gefunden wurden. Ein Maulkorb mit Gitter kann das Fressen von Fremdkörpern verhindern. „Jeder Hundehalter sollte wissen, wo die nächste Tierklinik ist und die Nummer des Giftnotrufs im Handy gespeichert haben“, empfiehlt Madlen Jaehnert. Ihre Erfahrung zeigt: Aufklärung und schnelles Handeln können Leben retten.



