Die anhaltende Hitzewelle in Berlin zwingt auch die Justizvollzugsanstalten zu Anpassungen. Um die Belastung für die Inhaftierten zu reduzieren, werden unter anderem die Duschfrequenzen erhöht und Trinkwasserspender bereitgestellt, wie die Senatsverwaltung für Justiz mitteilte.
Flexiblere Tagesabläufe und längere Freistunden
Die einzelnen Anstalten entscheiden eigenständig über konkrete Maßnahmen. So können Freistunden in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Zudem werden Hafträume zeitweise aufgeschlossen, um eine gezielte Querlüftung zu ermöglichen. Sonnenschutzvorhänge sollen die Räume vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.
Ventilatoren und angepasster Speiseplan
Häftlinge können über den Gefangeneneinkauf Ventilatoren erwerben. Auch der Speiseplan wird sommerlich angepasst, mit leichter Kost. In den Arbeits- und Werkbetrieben wird während der Sommermonate zusätzlich Tee angeboten. Trinkwasserspender stehen in den Unterbringungs- und Verwaltungsbereichen zur Verfügung.
Temperaturüberwachung und Schutz der Beschäftigten
Zur Überwachung der Temperaturen setzt die Justiz auf Datenlogger, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit automatisch erfassen. Beschäftigte, die im Freien arbeiten, erhalten Schutzausrüstung wie Schirmmützen mit Nackenschutz, Sonnenbrillen und Sonnenschutzmittel.
Zahlen und Fakten zu den Berliner Gefängnissen
In Berlin gibt es an 13 Standorten insgesamt sieben Haftanstalten und eine Jugendarrestanstalt mit zusammen 4.175 Plätzen. Im vergangenen Jahr saßen in der Hauptstadt knapp 8.670 Menschen hinter Gittern. In den Gefängnissen arbeiten rund 2.770 Menschen.



