John Reed erteilt Influencerin Edda Pilz Hausverbot nach Filmen im Studio
John Reed: Hausverbot für Influencerin nach Filmen im Studio

Die Fitnessstudiokette John Reed hat der Berliner Influencerin Edda Pilz nach vier Jahren Mitgliedschaft fristlos gekündigt und ein Hausverbot ausgesprochen. Grund seien wiederholte Verstöße gegen die Hausordnung, insbesondere das Filmen im Studio. Pilz, die vor allem aus Reality-TV-Formaten bekannt ist, machte den Vorgang öffentlich und zeigte wenig Verständnis.

Vorwürfe und Gegenwehr

In einem Instagram-Video erklärte Pilz ihren über eine halbe Million Followern: „Willkommen in Deutschland, wo du aus Neid von einer anderen Frau fristlos im Gym gekündigt wirst, weil sie getriggert von deinen Spiegelbildern war.“ Sie habe regelmäßig Spiegelbilder oder Trainingsvideos aufgenommen und sich dafür – wenn nötig – sogar Drehgenehmigungen eingeholt. Zudem habe sie darauf geachtet, möglichst keine anderen Trainierenden zu filmen.

In einem weiteren Video liest Pilz das Kündigungsschreiben vor, das sie von John Reed erhalten haben soll. Darin stehe, dass sie sich mehrfach der Aufforderung einer Mitarbeiterin widersetzt habe, das Fotografieren im Spiegel zu unterlassen. Sollte sie sich in Zukunft Zugang zu einem Studio der Kette verschaffen, drohe ihr eine Strafe von 250.000 Euro.

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Stellungnahme von John Reed

John Reed erklärte gegenüber RTL: „Sie hat mehrfach gegen unsere Hausordnung verstoßen und wurde im Vorfeld bereits abgemahnt.“ Welche konkreten Verstöße zur Kündigung geführt hätten, teilte die Fitnessstudio-Kette auf Tagesspiegel-Anfrage bisher nicht mit. Pilz bestreitet, bewusst gegen Regeln verstoßen zu haben, räumte jedoch ein, bereits zuvor eine Abmahnung erhalten zu haben – diese habe sich nach ihrer Darstellung allerdings nicht auf Filmaufnahmen, sondern darauf bezogen, dass sie auf Socken durch den Studioflur zu einem Pilates-Kurs gelaufen sei.

Internationale Diskussionen

Der Fall zeigt tatsächliche Spannungen in Fitnessstudios weltweit. Zahlreiche Diskussionen in internationalen Fitness-Foren belegen das. Im Internetforum Reddit berichten Nutzer immer wieder von Unbehagen gegenüber umfangreichen Kamera-Set-ups in ihren Studios. Ein Nutzer fragte: „Können wir Stative und das Filmen im Fitnessstudio endlich verbieten?“ Ein anderer berichtete: „In der Umkleide habe ich zwei junge Männer vorgefunden, welche vor einem Tripod posierten und ein Video drehten (...). Das Handy war so aufgestellt, dass die Toiletten sowie die Dusche im Bild waren. Ich musste auch quer durchs Bild laufen, um zu meinem Spind zu gelangen.“

Rechtliche Lage

Die rechtliche Lage ist vergleichsweise klar: Ein Fitnessstudio ist zwar öffentlich zugänglich, bleibt aber ein privater Raum. Der Betreiber kann daher über sein Hausrecht festlegen, ob und unter welchen Bedingungen fotografiert oder gefilmt werden darf. Entsprechende Regeln können Teil der Hausordnung oder des Mitgliedsvertrags sein. Vor allem bei regelmäßiger Content-Produktion für soziale Netzwerke kann ein Studio verlangen, dass vorher eine Genehmigung eingeholt wird. Denn professionelle oder kommerzielle Aufnahmen gehen über private Erinnerungsfotos hinaus und stellen eine Nutzung der Räumlichkeiten für eigene Zwecke dar. Zusätzlich müssen die Persönlichkeitsrechte anderer Mitglieder gewahrt werden.

Für den Fall Edda Pilz bedeutet das: Entscheidend ist nicht allein, ob sie im Studio gefilmt hat, sondern ob sie dabei gegen konkrete Regeln von John Reed verstoßen hat. Für alle anderen, die sich von den filmenden „Gym“-Kollegen gestört fühlen, gilt: Ein Blick in die Hausordnung kann sich lohnen. Wer keine Rücksicht nimmt, fliegt raus.

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