Kasupke: Alkoholverbot auf Bahnhöfen sinnvoll, aber Kontrolle fehlt
Kasupke: Alkoholverbot auf Bahnhöfen sinnvoll, aber Kontrolle fehlt

Die Chefin der Deutschen Bahn hat ein ehrgeiziges Ziel: Alkohol soll künftig auf allen Bahnhöfen in Deutschland verboten werden – nicht nur auf den großen. Die Idee stößt auf Zustimmung, wirft aber auch Fragen auf. Kolumnist Kasupke kommentiert die Ankündigung mit einer Mischung aus Verständnis und Skepsis.

Alkoholverbot auf allen Bahnhöfen: Ein vernünftiger Schritt?

Das geplante Alkoholverbot zielt darauf ab, die Sicherheit und Sauberkeit auf den Bahnhöfen zu erhöhen. Kasupke bezeichnet die Maßnahme als „vanünftich“, also vernünftig. Tatsächlich könnten weniger alkoholisierte Personen zu weniger Zwischenfällen und einem angenehmeren Aufenthalt für Reisende führen. Allerdings sei das Problem dasselbe wie bei vielen anderen Verboten: die Kontrolle und Durchsetzung.

Mangel an Personal: Das eigentliche Problem

Die zentrale Frage, die Kasupke aufwirft, ist die nach ausreichend Personal. „Det funktioniert ja schon am Bahnhof Zoo nich, wo man nach wie vor üba Schnapsleichen stolpat“, schreibt er. Der Bahnhof Zoo in Berlin ist bekannt für seine hohe Anzahl an Obdachlosen und Alkoholkonsumenten. Ohne ausreichend Sicherheitspersonal oder Polizei sei ein Verbot kaum durchsetzbar. Die Deutsche Bahn müsste also in zusätzliches Personal investieren, um die Regelung effektiv zu machen.

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Alkohol im Zug weiterhin erlaubt

Interessant ist, dass das Alkoholverbot nur für die Bahnhöfe gelten soll, nicht jedoch für die Züge selbst. Während der Fahrt bleibt der Konsum von Alkohol weiterhin erlaubt. Kasupke sieht darin einen kleinen Trost für die Fahrgäste, die ohnehin unter den häufigen Verspätungen leiden. „Irgjendeen Trost muss den Fahrjästen bei den janzen Vaspätungen ja bleiben“, kommentiert er ironisch.

Auswirkungen auf Reisende und Anwohner

Ein Alkoholverbot auf Bahnhöfen könnte das Sicherheitsgefühl vieler Reisender verbessern. Besonders nachts oder in abgelegenen Bahnhöfen fühlen sich Fahrgäste oft unwohl. Sauberkeit und Ordnung würden ebenfalls profitieren. Andererseits könnte das Verbot zu Verlagerungseffekten führen: Alkoholkonsumenten weichen dann auf umliegende Parks oder Straßen aus. Zudem stellt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit, da nicht jeder Alkoholkonsum automatisch zu Problemen führt.

Praktische Umsetzung: Wer kontrolliert?

Die größte Hürde bleibt die praktische Umsetzung. Die Deutsche Bahn müsste entweder eigenes Sicherheitspersonal aufstocken oder mit der Bundespolizei kooperieren. Beides kostet Geld und Personal, das ohnehin knapp ist. Kasupke zweifelt, ob die Bahn bereit ist, diese Mittel bereitzustellen. „Da frag‘ ick mir doch: Jibs denn dafür jenuch Personal?“, so seine rhetorische Frage.

Fazit: Gute Idee, schwierige Umsetzung

Das Alkoholverbot auf Bahnhöfen ist ein Schritt in die richtige Richtung, um Sicherheit und Sauberkeit zu erhöhen. Allerdings zeigt die Erfahrung am Bahnhof Zoo, dass Verbote ohne Kontrolle wirkungslos bleiben. Die Deutsche Bahn steht vor der Herausforderung, ausreichend Personal für die Durchsetzung bereitzustellen. Bis dahin bleibt das Verbot wohl eher eine symbolische Maßnahme.

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