Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat das Nahrungsergänzungsmittel LaVita zum „Windbeutel des Jahres“ 2026 gekürt. Die Auszeichnung wird jährlich für das Produkt mit den dreistesten Werbeversprechen vergeben. LaVita, ein Saft aus über 60 Obst- und Gemüsesorten sowie Vitaminen, wird mit Slogans wie „Deine tägliche Portion Gesundheit“ beworben. Foodwatch kritisiert, dass die angepriesenen gesundheitlichen Vorteile wissenschaftlich nicht haltbar seien.
Kritik an übertriebenen Gesundheitsversprechen
„LaVita suggeriert, dass man mit einem Schluck am Tag alle Nährstoffe bekommt, die man braucht. Das ist irreführend“, sagte ein Sprecher von Foodwatch. Tatsächlich enthalte das Produkt viele Vitamine in hohen Dosen, aber eine ausgewogene Ernährung könne es nicht ersetzen. Zudem sei der Preis mit rund 50 Euro pro Liter für einen Saft extrem hoch. BILD-Sparfochs Frank Ochse kommentierte: „Es ist teuer, aber schadet auch nicht. Wer es sich leisten kann, bekommt vielleicht ein gutes Gefühl, aber medizinisch notwendig ist es nicht.“
Reaktion des Herstellers
Der Hersteller von LaVita wies die Kritik zurück. Das Unternehmen betonte, dass alle Inhaltsstoffe und ihre Wirkung durch Studien belegt seien. Man halte an den Werbeaussagen fest und prüfe rechtliche Schritte gegen die Auszeichnung. Foodwatch hingegen sieht den „Windbeutel“ als Warnung für Verbraucher, nicht blind auf Werbeversprechen zu vertrauen. Die Organisation fordert strengere Regeln für Nahrungsergänzungsmittel.
Hintergrund der Auszeichnung
Der „Windbeutel des Jahres“ wird seit 2014 von Foodwatch vergeben. In den Vorjahren wurden unter anderem ein „Schlankheitswasser“ und eine „Wundercreme“ ausgezeichnet. Ziel ist es, auf irreführende Werbung aufmerksam zu machen und Verbraucher zu schützen. Die Wahl erfolgt durch eine Online-Abstimmung, an der sich Tausende beteiligen. LaVita setzte sich in diesem Jahr gegen mehrere andere Nominierte durch.



