Papier- und Silberfischchen: Was wirklich hilft
Papier- und Silberfischchen: Was wirklich hilft

Nachgeforscht: Was hilft gegen Papier- und Silberfischchen?

Silberfischchen haben viele in der Wohnung. Seit Jahren breiten sich auch Papierfischchen aus. Ein Experte erklärt, welches Tier problematischer ist – und wie Sie beide Spezies wieder loswerden.

Von Maik Großekathöfer, 17.06.2026, 06.11 Uhr • aus DER SPIEGEL 25/2026

Nur wenige Häuser, in denen sie sich nicht tagsüber in Ritzen verbergen und im Dunkeln nach Nahrung suchen: Silberfischchen sind nahezu allgegenwärtig. Doch in letzter Zeit gesellt sich ein Verwandter hinzu: das Papierfischchen. Beide gehören zur Ordnung der Fischchen, unterscheiden sich jedoch in ihrem Verhalten und ihrer Schadwirkung.

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Unterschiede zwischen Silber- und Papierfischchen

Silberfischchen (Lepisma saccharina) lieben Feuchtigkeit und ernähren sich von stärkehaltigen Substanzen wie Tapetenkleister, Buchbindungen oder Schimmelpilzen. Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata) hingegen sind weniger feuchtigkeitsabhängig und fressen bevorzugt Papier, Pappe und sogar synthetische Fasern. Dadurch können sie in Archiven, Bibliotheken oder Büros erhebliche Schäden anrichten.

Welche Art ist problematischer?

Laut dem Experten sind Papierfischchen die größere Plage. Sie vermehren sich schneller, sind widerstandsfähiger gegen Trockenheit und befallen gezielt wertvolle Dokumente oder Bücher. Silberfischchen hingegen sind eher ein Hygieneproblem, da sie auf Feuchtigkeit hinweisen, aber selten massive Schäden verursachen.

Bekämpfungsmethoden

Um beide Arten loszuwerden, empfiehlt der Experte ein mehrstufiges Vorgehen:

  • Feuchtigkeit reduzieren: Lüften, Heizen und Abdichten von undichten Stellen senken die Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent – das mögen Silberfischchen nicht.
  • Nahrungsquellen beseitigen: Papier, Pappe und Lebensmittelreste in verschlossenen Behältern aufbewahren. Auch Staubsaugen hilft, da Fischchen von Krümeln leben.
  • Klebefallen aufstellen: Mit speziellen Fallen (ohne Gift) können Sie den Befall überwachen und eingrenzen.
  • Natürliche Feinde fördern: Spinnen oder Ohrwürmer fressen Fischchen – aber Vorsicht, viele Menschen mögen diese Nützlinge nicht.
  • Chemische Mittel nur gezielt: Insektizide auf Kieselgur-Basis oder Silikatpulver wirken mechanisch, indem sie die Haut der Tiere austrocknen. Sie sollten sparsam und nur in Ritzen eingesetzt werden.

Der Experte warnt vor übertriebenen Maßnahmen: Oft reichen schon einfache Hygienemaßnahmen, um die Population zu kontrollieren. Nur bei starkem Befall sollte man einen Kammerjäger hinzuziehen.

Zusammenfassend gilt: Papierfischchen sind die gefährlicheren Schädlinge, aber mit konsequentem Vorgehen können Sie beide Arten in Schach halten.

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