Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr hat im ersten Halbjahr 2024 einen Rekord an Beschwerden verzeichnet: Mehr als 29.400 Schlichtungsanträge gingen ein – so viele wie nie zuvor in einem ersten Halbjahr. Grund dafür sind vor allem wetterbedingte Flugausfälle, Streiks und der Krieg in der Golfregion, wie der Verein mitteilte.
KI macht Verbraucher auf Schlichtungsstelle aufmerksam
Die sprunghafte Zunahme der Anträge ist jedoch nicht allein auf die operativen Störungen im Reiseverkehr zurückzuführen. Nach Angaben der Schlichtungsstelle werden deutlich mehr Verbraucherinnen und Verbraucher durch die Nutzung Künstlicher Intelligenz auf die Stelle aufmerksam. „Das ist ein Phänomen, von dem zuletzt auch andere Verbraucherschlichtungsstellen berichteten“, so der Verein.
Flugverkehr dominiert mit 83 Prozent der Beschwerden
83 Prozent der Beschwerden entfielen auf den Flugverkehr. Hier führten insbesondere wetterbedingte Flugannullierungen, Ausfälle durch Streiks und der Krieg in der Golfregion zu Konflikten. Der Anteil des Bahnverkehrs lag bei rund 14 Prozent der Anträge, vor allem wegen Verspätungen infolge der maroden und überlasteten Infrastruktur.
Hohe Einigungsquote und Ausblick auf das Gesamtjahr
In mehr als 80 Prozent aller Konfliktfälle konnte die Schlichtungsstelle eine Einigung erzielen. In der Regel bedeutet das, dass Reisende ihre Ansprüche in voller Höhe zurückerhalten. Für das Gesamtjahr rechnet die Stelle ebenfalls mit einem Antragsrekord, da im zweiten Halbjahr infolge der Sommerreisezeit regelmäßig mehr Beschwerden eingehen. Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr kümmert sich seit 2010 um Probleme bei Flug-, Bus-, Bahn- und Schiffsreisen. Rund 400 Verkehrsunternehmen beteiligen sich an dem Verfahren, das sie selbst finanzieren.



