Shisha-Tabak: Preis könnte sich bis 2030 auf 300 Euro pro Kilo verdoppeln
Shisha-Tabak: Preis könnte sich auf 300 Euro pro Kilo verdoppeln

Steuererhöhung für Shisha-Tabak: Bis 2030 fast 190 Euro pro Kilo

Wer Shisha raucht, muss sich auf deutlich höhere Preise einstellen. Einem Gesetzesentwurf zur Reform des Tabaksteuergesetzes zufolge, der der dpa vorliegt, soll die Steuerlast für Wasserpfeifentabak von derzeit rund 56 Euro pro Kilogramm schrittweise auf 188,46 Euro pro Kilo im Jahr 2030 steigen. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt laut Bundesverband Wasserpfeifentabak derzeit bei etwa 139 Euro pro Kilo. Folke Rega, Geschäftsführer des Verbandes, prognostiziert: „Künftig würden sich die Preise wohl auf 250 bis 300 Euro pro Kilo in etwa verdoppeln.“ Das Gesetzesvorhaben aus dem Bundesfinanzministerium könnte zügig verabschiedet werden.

Schwarzmarkt droht: Branche warnt vor illegalen Importen

Der Verband warnt eindringlich vor einer Zunahme des Schwarzmarktes. Bereits der erste geplante Schritt zum Januar 2027 würde die Tabaksteuer auf Wasserpfeifentabak fast verdoppeln. „Die Steuererhöhungen sind unverhältnismäßig hoch“, kritisiert Rega. „Ein legaler Vertrieb von Wasserpfeifentabak setzt voraus, dass die Branche ausreichende Absatzmengen erzielen kann: Das aber ist in Gefahr, wenn eine 200-Gramm-Dose künftig 60 Euro kostet.“ Derzeit liegen die Preise für eine solche Dose zwischen 25 und 30 Euro. In Deutschland rauchen schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen Wasserpfeife. Laut der Debra-Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf von 2023 sind 1,8 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren Shisha-Konsumenten.

Erfahrungen aus der Vergangenheit: Verpackungsregelung befeuerte Schwarzmarkt

Bereits eine restriktive Verpackungsregelung, die von 2022 bis 2024 galt, hatte der Shisha-Branche schwer zugesetzt. Damals brach die Menge versteuerten Shisha-Tabaks ein, während die Importmenge spezieller Kohle stabil blieb. Der Bundesverband Wasserpfeifentabak schätzte, dass 80 Prozent des in Deutschland konsumierten Shisha-Tabaks aus illegalen Kanälen stammte. Erst nachdem der Gesetzgeber die Verpackungsregelung kippte, entspannte sich die Lage. Nun fürchtet Rega, dass die Steuererhöhung dem illegalen Markt neuen Auftrieb geben könnte: „Die Pläne des Fiskus zu kräftigen Steuermehreinnahmen würden wieder schiefgehen. Stattdessen ist mit einem Verlust der kompletten legalen Steuereinnahmen zu rechnen, profitieren wird die organisierte Kriminalität.“

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Legale Produktion in Deutschland vor dem Aus?

Sollte die Steuererhöhung wie geplant kommen, sieht Rega die legale Shisha-Branche in ihrer Existenz bedroht. Die Produktion in Deutschland werde dann wohl nicht mehr stattfinden, da sich das Geschäft angesichts des zu erwartenden Umsatzeinbruchs nicht mehr lohnen würde. Produzenten müssten finanzielle Sicherheiten hinterlegen, Dokumentationstechnik kaufen und unterhalten sowie Vorgaben zur Lebensmittelqualität erfüllen – jährliche Kosten von mindestens einer Viertelmillion Euro. „Man weiß, dass man die Preise steuerbedingt heftig anheben müsste und die Nachfrage deswegen einbräche – und dann macht man seine Firma zu“, so Rega. Als Folge würden nur noch illegale Importwaren über das Internet nach Deutschland kommen. „Die legale Branche stirbt und der Fiskus geht leer aus.“

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