Shisha-Tabak: Preis könnte sich auf 60 Euro pro Dose verdoppeln
Shisha-Tabak: Preisverdopplung auf 60 Euro droht

Steuererhöhung auf Shisha-Tabak: Preise könnten sich verdoppeln

Wer Shisha raucht, muss sich auf deutlich höhere Kosten einstellen. Die Tabaksteuer auf Wasserpfeifentabak soll schrittweise von derzeit etwa 56 Euro pro Kilogramm auf 188,46 Euro pro Kilogramm im Jahr 2030 steigen. Das geht aus einem Gesetzesentwurf zum Tabaksteuergesetz hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Nach Angaben des Bundesverbandes Wasserpfeifentabak liegt der durchschnittliche Verkaufspreis derzeit bei rund 139 Euro pro Kilo. „Künftig würden sich die Preise wohl auf 250 bis 300 Euro pro Kilo in etwa verdoppeln“, sagt Folke Rega, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wasserpfeifentabak. Eine 200-Gramm-Dose, die heute 25 bis 30 Euro kostet, könnte dann 60 Euro kosten.

Branche warnt vor Schwarzmarkt und illegalem Handel

Der Verband warnt vor einer Zunahme des Schwarzmarktes. „Die Steuererhöhungen sind unverhältnismäßig hoch“, sagt Rega. „Ein legaler Vertrieb von Wasserpfeifentabak setzt voraus, dass die Branche ausreichende Absatzmengen erzielen kann. Das aber ist in Gefahr, wenn eine 200-Gramm-Dose künftig 60 Euro kostet.“ Bereits in der Vergangenheit hatte eine restriktive Verpackungsregelung (2022–2024) zu einem massiven Anstieg des illegalen Marktes geführt. Damals schätzte der Verband, dass 80 Prozent des in Deutschland konsumierten Shisha-Tabaks aus illegalen Kanälen stammte. Erst nachdem der Gesetzgeber die Regelung kippte, erholte sich der legale Markt teilweise. Nun befürchtet Rega, dass die geplante Steuererhöhung den illegalen Handel erneut ankurbeln könnte.

Rund 1,5 Millionen Shisha-Raucher in Deutschland

In Deutschland rauchen schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen Wasserpfeife. Das entspricht 1,8 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren, wie die Debra-Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf von 2023 ergab. Ein Viertel des verkauften Wasserpfeifentabaks wird in etwa 5000 Shisha-Bars konsumiert, der Rest entfällt auf den privaten Gebrauch. Es gibt rund 2500 Verkaufspunkte wie Kioske und Tankstellen sowie etwa 200 Großhändler.

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Gesundheitsgefahren und fehlende Filterfunktion

Krebsforscher betonen die Gesundheitsgefahren des Shisha-Rauchens. Die weit verbreitete Annahme, dass das Wasser in der Wasserpfeife eine Filterfunktion habe, ist eine Legende. Tatsächlich enthält der Rauch Schadstoffe wie Kohlenmonoxid, Teer und Schwermetalle, die tief in die Lunge gelangen.

Branche fürchtet Produktionsaufgabe in Deutschland

Die geplanten Steuererhöhungen könnten dazu führen, dass die Produktion von Wasserpfeifentabak in Deutschland vollständig zum Erliegen kommt. „Als Produzent muss man finanzielle Sicherheiten hinterlegen sowie Dokumentationstechnik kaufen und unterhalten, damit die Ware rückverfolgbar ist und Vorgaben zur Lebensmittelqualität erfüllt“, erklärt Rega. Die jährlichen Kosten dafür beliefen sich auf mindestens eine Viertelmillion Euro. „Man weiß, dass man die Preise steuerbedingt heftig anheben müsste und die Nachfrage deswegen einbrechen würde – und dann macht man seine Firma zu.“ Als Folge würde wohl nur noch illegale Importware über das Internet nach Deutschland kommen. „Die legale Branche stirbt und der Fiskus geht leer aus“, warnt Rega.

Gesetzesvorhaben des Bundesfinanzministeriums

Der Gesetzesentwurf stammt vom Bundesfinanzministerium und könnte zügig verabschiedet werden. Im ersten Schritt zum Januar 2027 würde sich die Tabaksteuer auf Wasserpfeifentabak fast verdoppeln, danach folgen weitere Erhöhungen bis 2030. Der Verband sieht darin eine existenzielle Bedrohung für die legale Branche und erwartet, dass der illegale Markt massiv profitieren wird.

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