Spritpreise in Polen explodieren: Lohnt sich der Tank-Trip noch?
Spritpreise in Polen explodieren: Tank-Trip noch lohnenswert?

Der Tankrabatt in Deutschland ist Geschichte, und auch in Polen enden nun die staatlichen Maßnahmen zur Preissenkung. Für deutsche Autofahrer, insbesondere in den östlichen Bundesländern, stellt sich die Frage: Lohnt sich der Tank-Trip ins Nachbarland noch? Lange Zeit war Polen ein beliebtes Ziel, um günstig Benzin oder Diesel zu tanken – Ersparnisse von bis zu 50 Cent pro Liter waren möglich. Doch die Zeiten des billigen Sprits sind vorerst vorbei.

Preissprung um bis zu 15 Prozent

Bereits Mitte Juni endete die gesenkte Verbrauchsteuer, und zum 1. Juli liefen die letzten staatlichen Entlastungen aus. Als Reaktion auf den Iran-Krieg hatte die polnische Regierung im März die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 23 auf acht Prozent gesenkt und die Verbrauchsteuer auf das EU-Minimum von rund sieben Cent pro Liter reduziert. Zudem galt ein staatlich festgelegter Höchstpreis, den der Energieminister täglich neu bestimmte. Mit dem Auslaufen dieser Maßnahmen zogen die Preise quasi über Nacht um bis zu 15 Prozent an. „Es ist furchtbar teuer, machen wir uns nichts vor. Ich glaube, nicht jeder kann es sich derzeit leisten, mit dem Auto unterwegs zu sein“, sagte eine Autofahrerin gegenüber tagesschau.de.

Preisvergleich: Deutschland vs. Polen

Laut Statistischem Bundesamt kostete Benzin am 29. Juni in Deutschland im Schnitt 1,90 Euro, in Polen 1,39 Euro. Diesel lag in Deutschland bei 1,76 Euro, in Polen bei 1,41 Euro. Nur in Malta war der Sprit noch günstiger. Spitzenreiter bei den Kraftstoffpreisen sind Dänemark, Finnland und die Niederlande. Aktuellere Zahlen waren zum 2. Juli nicht verfügbar. Die Differenz von rund 35 bis 50 Cent pro Liter schmilzt nun dahin, da die polnischen Preise anziehen.

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Auswirkungen auf Tanktouristen

Ob sich der Tank-Trip nach Polen für Deutsche noch lohnt, lässt sich seriös nicht pauschal beantworten. Eine lange Anfahrt dürfte nach Auslaufen der staatlichen Maßnahmen unsinnig sein. Wer jedoch nahe der Grenze lebt, kann weiterhin profitieren: Der Spritpreis in Polen wird voraussichtlich ein paar Cent pro Liter unter dem deutschen bleiben. Tankstellenbetreiber könnten zudem versucht sein, die durch den Preisdeckel entgangenen Gewinne durch weitere Erhöhungen auszugleichen, was die Differenz weiter verringern könnte.

Fazit: Sparpotenzial nur noch für Grenzpendler

Für Autofahrer in Grenznähe bleibt Polen eine Option, allerdings mit geringeren Ersparnissen als zuvor. Wer weiter entfernt wohnt, sollte die Fahrtkosten genau gegenrechnen. Die polnische Regierung beendete die Maßnahmen ausgerechnet zu Beginn der Ferienzeit, was bei vielen Polen auf Unmut stößt. Die Preise könnten in den kommenden Wochen weiter steigen, sodass sich der Tanktourismus für Deutsche zunehmend weniger lohnt.

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