Die Staatsanwaltschaft Landshut hat das Ermittlungsverfahren zur unfreiwilligen Übernachtung Hunderter Passagiere in Flugzeugen am Münchner Flughafen eingestellt. Wie eine Sprecherin der Behörde mitteilte, sei das Verfahren nach Prüfung des Polizeiberichts ergebnislos abgeschlossen worden. Es fehlten ausreichende Hinweise auf verfolgbare Straftaten durch das Verhalten von Beteiligten.
Hintergrund des Vorfalls
Der Vorfall ereignete sich im Februar, als sechs Flüge mit rund 600 Passagieren aufgrund starken Schneefalls nicht abheben konnten. Die Flugzeuge waren bereits an Bord, doch die Startfreigabe wurde wider Erwarten verweigert. In der Folge fehlten Busse, um die Fluggäste zurück ins Flughafengebäude zu bringen. Zwischen 0.00 und 5.00 Uhr morgens gilt am Münchner Flughafen die Nachtflugregelung. Eine Sonderfluggenehmigung ermöglichte Flüge bis 1.00 Uhr, doch die betroffenen Maschinen konnten in diesem Zeitfenster wegen des Schneefalls nicht starten.
Keine Anzeigen von Betroffenen
Die Polizei war auf Anregung eines „wohl unbeteiligten Dritten“ tätig geworden, der eine Prüfung der Vorgänge forderte. Dieser Antrag sei über ein Kontaktformular beim Landeskriminalamt in München eingegangen. Anzeigen von betroffenen Passagieren selbst gingen laut Polizeipräsidium Oberbayern Nord nicht ein. Die Staatsanwaltschaft stellte nun klar, dass es keine strafrechtlichen Konsequenzen geben werde.
Entschädigungen der Lufthansa
Eine Lufthansa-Sprecherin erklärte, dass allen Betroffenen in Flugzeugen der Lufthansa Group finanzielle Entschädigungen angeboten wurden – „obwohl die Passagiere gemäß EU-Fluggastrechteverordnung aufgrund des Wetters keinen Anspruch darauf gehabt hätten“. Wer Kontaktdaten hinterlegt hatte, erhielt ein Entschuldigungsschreiben mit einem Link zur Anmeldung von Ansprüchen. Die Höhe der Entschädigung richtete sich nach der Länge der geplanten Flugreise. Sowohl die Fluggesellschaft als auch der Flughafen hatten sich für die „unzumutbare Situation“ entschuldigt.
Feuerwehr war in der Nähe
Nach Angaben des Flughafens waren Dutzende Feuerwehrleute in unmittelbarer Nähe, die hätten helfen können. „Sie hätten alarmiert werden sollen“, sagte Thomas Hoff Andersson, Geschäftsführer Aviation und Operation der Flughafen München GmbH, nach dem Vorfall. Es habe in jener Nacht mehrere Möglichkeiten gegeben, die Situation mit Notfallmaßnahmen zu beheben, doch dies sei nicht geschehen. „Wir haben das nicht gut hingekriegt“, so Andersson.
Künftige Maßnahmen
Der Flughafen und die Lufthansa wollen künftig enger kooperieren. Es sollen „klare Vorgaben geben, wenn Eskalationen auf die nächste Führungsebene erfolgen müssen“. Dies soll sicherstellen, dass in ähnlichen Fällen schneller und effektiver reagiert werden kann.



