Steuererklärung mit einem Klick: So funktioniert okELSTER ab 1. Juli
Steuererklärung mit einem Klick: okELSTER startet

Steuererklärung in wenigen Minuten statt stundenlangem Formulare-Ausfüllen? Ab dem 1. Juli kann das für Millionen Deutsche Realität werden. Die Finanzverwaltung erweitert ihre App MeinELSTER+ um die neue Funktion „Steuererklärung mit einem Klick“. Offiziell trägt das neue Verfahren den Namen okELSTER. Das Ziel: einfacher, schneller, digitaler.

Was ist okELSTER und wie funktioniert es?

Die neue Funktion okELSTER ermöglicht Steuerzahlern, ihre Steuererklärung auf Basis der bereits beim Finanzamt vorliegenden Daten zu erstellen. Laut Peter Schmitz, Geschäftsführer von WISO-Steuer, greift das System auf Daten zu, die Arbeitgeber, Krankenkassen und andere Stellen bereits übermittelt haben. Der Nutzer muss nur noch prüfen, ob die Angaben korrekt sind, und kann die Erklärung mit einem Klick abschicken.

Für wen eignet sich die neue Funktion?

Schmitz zufolge ist okELSTER vor allem für Steuerzahler mit einfachen Einkommensverhältnissen geeignet, also etwa Arbeitnehmer ohne Nebeneinkünfte oder besondere Ausgaben. „Wer nur seine Werbungskosten und Sonderausgaben geltend machen möchte, kann das Verfahren nutzen“, erklärt er. Steuerberater Sascha Matussek ergänzt: „Bei komplexeren Fällen wie Selbstständigkeit oder Vermietungseinkünften stößt okELSTER schnell an Grenzen.“

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Worauf müssen Steuerzahler trotzdem achten?

Trotz der Vereinfachung betont Matussek, dass die Verantwortung für die Richtigkeit der Angaben beim Steuerzahler bleibt. „Wer die Daten ungeprüft übernimmt, riskiert Fehler, die später zu Nachzahlungen oder Strafen führen können.“ Er rät, die vorausgefüllten Daten sorgfältig zu kontrollieren und gegebenenfalls zu ergänzen. Schmitz weist zudem darauf hin, dass nicht alle Steuerpflichtigen automatisch Zugriff auf die Funktion haben: „Voraussetzung ist ein gültiger Elster-Zugang und die Freischaltung der App.“

Praktische Einordnung und Ausblick

Die Einführung von okELSTER ist ein weiterer Schritt zur Digitalisierung der Steuerverwaltung. Nach Angaben der Finanzverwaltung sollen bis Ende 2026 rund 10 Millionen Steuererklärungen über das neue Verfahren abgewickelt werden. Experten sehen darin eine Entlastung für Bürger und Behörden, warnen aber vor überzogenen Erwartungen. „Für viele wird es eine Erleichterung sein, aber der klassische Steuerberater bleibt bei komplexen Fällen unverzichtbar“, so Matussek.

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