Tagesgeld-Zinsen: 4,0 Prozent bei drei Banken – welches Angebot ist das beste?
Tagesgeld-Zinsen: 4,0 Prozent bei drei Banken im Vergleich

Gute Nachrichten für Sparer: Mit den aktuellen Tagesgeld-Angeboten lässt sich die Inflation deutlich schlagen. Während die Teuerungsrate im Juni laut Statistischem Bundesamt bei 2,3 Prozent lag, bieten drei Banken aus unserem Tagesgeld-Vergleich rund 4,0 Prozent Zinsen pro Jahr aufs Tagesgeldkonto. Erspartes muss nicht länger an Kaufkraft verlieren – wenn das passende Angebot gewählt wird. Denn nicht jedes Top-Zinsangebot ist auf den ersten Blick so attraktiv, wie es scheint. Häufig gelten Sonderkonditionen nur befristet oder unter zusätzlichen Voraussetzungen wie einem neuen Girokonto. Auch steuerliche Fragen und die Einlagensicherung sind wichtig. Wir zeigen die Konditionen der drei Top-Angebote im Vergleich und erklären, worauf es genau ankommt.

Die drei Top-Angebote mit rund 4 Prozent Tagesgeld-Zinsen

Die Tagesgeld-Angebote mit rund 4 Prozent Zinsen gibt es bei Chase, Norisbank und Advanzia Bank. Die Konditionen im Überblick: Norisbank bietet 4,00 % p. a. mit Zinsgarantie bis 31. Dezember 2026, danach 0,75 % p. a., erfordert aber ein Girokonto. Advanzia Bank gewährt 3,97 % p. a. für drei Monate, danach 1,51 % p. a., Mindesteinlage 5.000 Euro. Chase lockt mit 4,00 % p. a. für vier Monate, danach 2,0 % p. a., ohne weitere Bedingungen. Wie attraktiv die drei Angebote sind, zeigt ein Blick auf das Marktumfeld: In unserem Tagesgeld-Vergleich folgt die Konkurrenz erst mit rund 0,5 Prozentpunkten Abstand. Am nächsten dran sind die Stellantis Bank mit 3,52 Prozent für drei Monate und die BBVA mit 3,5 Prozent für ein halbes Jahr.

Lange Zinsgarantie bei Norisbank – Planbarkeit für Sparer

Neben dem Zinssatz ist wichtig, wie lange die Konditionen garantiert sind. Hier liegt die Norisbank mit einer Zinsbindung bis zum 31. Dezember 2026 vorn, also noch mehr als fünf Monate. Häufig gewähren Banken ihre Aktionszinsen nur drei oder vier Monate, wie bei Advanzia Bank und Chase. Eine lange Zinsbindung sorgt für Planbarkeit und erspart häufige Wechsel des Tagesgeldkontos. Was passiert, wenn die Zinsgarantie ausläuft? Dann greift der Anschlusszins, der bei Chase mit 2,0 Prozent am höchsten ist. Dahinter platziert sich die Advanzia Bank mit 1,51 Prozent, bei der Norisbank sind es nur 0,75 Prozent. Allerdings kann sich das noch ändern, da es sich um variable Zinssätze handelt.

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Zinszahlung monatlich oder vierteljährlich – und Mindesteinlage

Unterschiede gibt es auch beim Intervall der Zinszahlungen. Chase und Advanzia Bank schütten die Erträge monatlich aus, bei der Norisbank erfolgt die Gutschrift vierteljährlich. Diesen Faktor sollten Sparer nicht überbewerten, denn die Auswirkungen auf die Rendite sind bei kurzen Anlagezeiträumen eher gering. Anders sieht es aus, wenn die Zinsen zur Deckung des Lebensunterhalts dienen – dann kann eine häufigere Ausschüttung von Vorteil sein. Je nach Höhe der Spareinlage ist auch wichtig, für welchen Betrag die Aktionszinsen gelten. Chase erlaubt Einlagen bis zu einer Million Euro, die Norisbank bis 250.000 Euro. Bei der Advanzia Bank gibt es keine Obergrenze, dafür ist eine Mindestanlage von 5.000 Euro erforderlich. Sparer sollten beachten: Die gesetzliche Einlagensicherung deckt nur Guthaben bis 100.000 Euro ab. Wer größere Summen anlegt, sollte sie auf mehrere Banken verteilen.

Einlagensicherung: Deutsche Banken gelten als besonders sicher

Alle vier Angebote bieten eine gesetzliche Einlagensicherung gemäß EU-Standards, die im Insolvenzfall Beträge bis 100.000 Euro je Kunde absichert. Norisbank und Chase stehen unter dem deutschen Schutzschirm, die Advanzia Bank gehört dem luxemburgischen Fonds an. Angebote mit deutscher Einlagensicherung gelten als besonders sicher, weil der deutsche Staat mit seiner hohen Finanzkraft dahintersteht. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s bewertet die Bonität Deutschlands ebenso wie die von Luxemburg mit der Top-Note AAA. Einige Banken werben zudem mit freiwilligen Systemen zur Einlagensicherung, die Beträge in Millionenhöhe abdecken sollen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) weist jedoch darauf hin, dass hier im Unterschied zur gesetzlichen Einlagensicherung kein Anspruch auf Zahlung besteht.

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Nebenbedingungen: Norisbank erfordert Girokonto

Bei der Norisbank müssen Kunden ein Girokonto eröffnen und per Kontowechsel-Service mindestens drei Zahlungsverbindungen umstellen. Dafür gibt es neben den Aktionszinsen eine Prämie von 120 Euro. Das Top-Girokonto ist für Personen unter 30 Jahren oder ab einem Geldeingang von 500 Euro pro Monat kostenlos, sonst fallen 3,90 Euro monatlich an. Einfacher halten es Chase und Advanzia Bank – hier genügt die Eröffnung eines Tagesgeldkontos. Verbraucher sollten beachten: Zu viele Girokonten können den Schufa-Score negativ beeinflussen, wenn ein Überziehungsrahmen besteht. Reine Guthabenkonten wie Tagesgeld sind unbedenklich.

Steuerliche Besonderheit bei der Advanzia Bank

Bei Banken aus dem Ausland kann es bei der Versteuerung Besonderheiten geben. Die Advanzia Bank zahlt die Zinsen brutto aus, das heißt, es erfolgt kein Steuerabzug. Kunden müssen Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer über die Anlage KAP in der Steuererklärung abführen. Wer ohnehin eine Steuererklärung abgibt, hat dadurch keinen nennenswerten zusätzlichen Aufwand. Bei Norisbank und Chase läuft alles wie gewohnt: Die Banken behalten die Steuer ein und zahlen sie ans Finanzamt. Sparer können einen Freistellungsauftrag einrichten, um den steuerlichen Freibetrag von 1.000 Euro pro Person geltend zu machen.

Fazit: Welches Tagesgeld-Angebot ist das beste?

Welches Angebot am besten passt, hängt von den eigenen Anforderungen ab. Sparer, denen eine lange Zinsgarantie wichtig ist, sind bei der Norisbank richtig – allerdings ist hier die Eröffnung eines Girokontos erforderlich. Wer es besonders einfach haben will, wählt das Angebot von Chase, da es keine Nebenbedingungen gibt. Das Tagesgeldkonto der Advanzia Bank ist ebenfalls attraktiv, bietet aber keinen nennenswerten Vorteil gegenüber der Konkurrenz und erfordert eine Mindesteinlage von 5.000 Euro sowie mehr Aufwand bei der Steuer.