Das Land Thüringen stellt in diesem Jahr 409.000 Euro für vergünstigte Urlaubsaufenthalte einkommensschwacher Familien zur Verfügung. Das sind rund 50.000 Euro weniger als im vergangenen Jahr, wie das Familienministerium mitteilte. Mit der Förderung können Familien mit geringem Einkommen unter bestimmten Voraussetzungen zu reduzierten Preisen in ausgewählten Ferienstätten im Freistaat Urlaub machen.
Weniger Anfragen führen zu reduzierten Mitteln
Die Kürzung des Budgets um etwa 50.000 Euro im Vergleich zu 2025 begründete eine Sprecherin des Ministeriums mit einer bislang etwas geringeren Anzahl von Anfragen. Das eingesparte Geld fließe jedoch nicht zurück in den Haushalt, sondern werde für andere Maßnahmen der überregionalen Familienförderung verwendet. Die Differenz sei keine Kürzung, sondern eine Umverteilung innerhalb des Förderbereichs.
Neun Einrichtungen nehmen teil
Förderberechtigt sind Familien mit geringem Einkommen, die Kinder haben, für die ein Anspruch auf Kindergeld besteht, und die ihren Wohnsitz in Thüringen haben. Gefördert werden Urlaube von zwei bis maximal zwölf Tagen in einer von neun teilnehmenden Einrichtungen. Zur Auswahl stehen Ferienstätten in Oberhof im Thüringer Wald, in Uder, Bodenstein und Heilbad Heiligenstadt (alle drei im Landkreis Eichsfeld), in Gießübel (Landkreis Hildburghausen), in Körner-Volkenroda (Unstrut-Hainich-Kreis) sowie in Nordhausen, Sondershausen und Erfurt.
Um einen Zuschuss zu erhalten, müssen sich Familien direkt an die Einrichtungen wenden und die erforderlichen Unterlagen vorlegen. Die Einrichtungen berechnen dann entsprechend reduzierte Tagessätze. Für Bildungsaufenthalte gibt es Vergünstigungen zwischen 25 und 40 Euro pro Tag, für reine Erholungsurlaube zwischen 20 und 30 Euro pro Tag.
Stabile Nachfrage trotz weniger Mittel
Wie viele Familien die Angebote in diesem Jahr letztlich nutzen werden, lasse sich noch nicht abschließend sagen, da Anmeldungen ganzjährig möglich seien, so die Sprecherin. Nach dem Sommer nähmen erfahrungsgemäß noch einige Familien die Unterstützung in Anspruch, etwa für Herbstferien. „Die Nachfrage nach den geförderten Angeboten ist insgesamt stabil“, betonte sie.
Im vergangenen Jahr griffen 241 Familien auf die Förderung zurück. Davon nutzten 99 Familien reine Erholungsangebote, während 142 Familien an Maßnahmen der Familienbildung teilnahmen. Im Jahr zuvor hatten von insgesamt 234 geförderten Familien mehr Erholungs- als Bildungsangebote gebucht – die Verteilung war also genau umgekehrt.
Weitere Unterstützung für Kinder aus einkommensschwachen Familien
Ergänzend zu den Landesmitteln bieten kirchliche Einrichtungen wie Diakonie und Caritas rund um die Sommerferien und den Schulstart weitere Angebote für Kinder einkommensschwacher Familien an. Diese richten sich insbesondere an Familien, die zusätzliche Entlastung benötigen.



