Urlaub: Nur Chillen bringt keine echte Erholung – so klappt es
Urlaub: Nur Chillen bringt keine Erholung – so klappt es

Wer im Urlaub nur am Strand liegt und sich ausruht, wird häufig nicht wirklich erholt zurückkehren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung zum Erholungsverhalten von Urlaubern. Demnach führt passive Freizeitgestaltung oft zu einem geringeren Erholungseffekt als eine ausgewogene Mischung aus Ruhe und Aktivität.

Was die Forschung über Erholung herausgefunden hat

Wissenschaftler der Universität Hohenheim haben in einer Studie mit mehr als 1.000 Teilnehmern untersucht, welche Faktoren die Erholung im Urlaub tatsächlich beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen: Werden im Urlaub nur passive Tätigkeiten wie Liegen, Fernsehen oder stundenlanges Surfen am Handy ausgeführt, bleibt der Erholungswert oft hinter den Erwartungen zurück.

„Aktive Erholung ist effektiver als passive“, sagt Professorin Dr. Sabine Sonnentag, eine der Autorinnen der Studie. „Der Körper und der Geist brauchen Abwechslung und Herausforderungen, um wirklich abzuschalten.“ Dabei geht es nicht um Leistungssport, sondern um moderate Bewegung wie Spaziergänge, Radtouren oder auch kulturelle Aktivitäten.

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Die Rolle von Bewegung und Natur

Die Studie zeigt, dass bereits 30 Minuten moderate Bewegung pro Urlaubstag das Stressempfinden deutlich senken können. Besonders wirksam ist Bewegung in der Natur: Waldspaziergänge, Wanderungen oder Schwimmen im Meer reduzieren nachweislich das Stresshormon Cortisol. Die Kombination aus körperlicher Aktivität und Naturerlebnis verstärkt den Erholungseffekt erheblich.

Die Forscher empfehlen, den Urlaub nicht komplett durchzuplanen, sondern Raum für spontane Aktivitäten zu lassen. Auch kleine Alltagsroutinen wie morgendliche Dehnübungen oder ein Nachmittagsspaziergang können helfen, die innere Balance zu finden.

Warum reines Nichtstun nicht genügt

Viele Menschen unterschätzen, dass der Körper beim Nichtstun oft weiterhin unter Anspannung steht. Gedanken an den Job oder private Probleme können auch im Liegestuhl kreisen. Aktive Pausen lenken dagegen ab und fördern das Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit, was die Erholung messbar verbessert.

Laut der Untersuchung geben 68 Prozent der Befragten an, sich nach einem aktiven Urlaub erholter zu fühlen als nach einem reinen Faulenzer-Urlaub. Die Forscher betonen aber auch, dass es auf die richtige Dosis ankommt: Zu viel Aktivität kann in Stress umschlagen. Ein ausgewogener Mix aus Ruhephasen, Bewegung und neuen Eindrücken ist der Schlüssel.

Praktische Tipps für den nächsten Urlaub

  • Planen Sie täglich eine aktive Phase ein, etwa eine Wanderung oder eine Stadtbesichtigung.
  • Verbringen Sie Zeit in der Natur – auch kurze Aufenthalte im Grünen senken den Puls.
  • Reduzieren Sie die Handynutzung bewusst und gönnen Sie sich digitale Auszeiten.
  • Probieren Sie neue Aktivitäten aus, die Sie zu Hause nicht machen – das fördert die geistige Flexibilität.
  • Hören Sie auf Ihren Körper: Wenn Sie müde sind, ruhen Sie sich aus, statt ständig aktiv zu sein.

Erholung beginnt im Kopf

Die Studie zeigt außerdem, dass die Erwartungshaltung eine große Rolle spielt. Wer sich vornimmt, im Urlaub bewusst abzuschalten und sich auf das Hier und Jetzt einzulassen, erholt sich besser. Achtsamkeitsübungen oder Atemtechniken können dabei helfen, den Alltag hinter sich zu lassen.

„Erholung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen“, sagt Sonnentag. „Wer den Urlaub aktiv gestaltet, profitiert noch Wochen danach von den positiven Effekten.“ Die Forscher empfehlen, nach der Rückkehr bewusst kleine Erholungsinseln in den Alltag einzubauen, um den Urlaubseffekt zu verlängern.

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