Ein von BILD eingesehener Mustervertrag für Leihmütter in den USA offenbart erschreckende Klauseln. „Es ist erschreckend!“, kommentiert BILD-Chefreporter Nikolaus Harbusch die Inhalte des Vertrags. Die darin festgelegten Regeln seien teils verstörend und würfen Fragen nach dem Schutz der Leihmütter auf.
Verstörende Klauseln im Detail
Laut Harbusch enthält der Vertrag Bestimmungen, die die Rechte der Leihmütter massiv einschränken. So müssten sich die Frauen unter anderem verpflichten, auf bestimmte Lebensmittel und Aktivitäten zu verzichten. „Die Regeln sind extrem detailliert und lassen wenig Spielraum für die persönliche Freiheit der Leihmutter“, erklärt Harbusch.
Weitere Klauseln betreffen die medizinische Versorgung und die Entscheidungsgewalt über den Schwangerschaftsverlauf. „In einigen Fällen wird der Leihmutter sogar vorgeschrieben, wie sie sich während der Schwangerschaft zu verhalten hat“, so der Chefreporter.
Rechtliche Grauzonen und ethische Bedenken
Die BILD-Recherche zeigt, dass solche Verträge in den USA weit verbreitet sind, aber oft rechtliche Grauzonen ausnutzen. „Viele Leihmütter sind sich der Tragweite dieser Klauseln nicht bewusst“, warnt Harbusch. Die Verträge würden häufig von Anwaltskanzleien erstellt, die primär die Interessen der Auftraggeber vertreten.
Experten fordern strengere Regulierungen, um die Rechte der Leihmütter zu schützen. „Es braucht klare gesetzliche Vorgaben, die sicherstellen, dass Leihmütter nicht ausgebeutet werden“, betont eine Sprecherin des Deutschen Ethikrats.
Internationale Dimension des Leihmutterschaftsmarkts
Der Fall verdeutlicht die internationalen Verflechtungen des Leihmutterschaftsmarkts. Viele Paare aus Deutschland und anderen Ländern suchen in den USA nach Leihmüttern, da die rechtlichen Hürden dort geringer sind. „Die Nachfrage ist riesig, aber der Schutz der Leihmütter bleibt oft auf der Strecke“, so Harbusch.
BILD fordert eine transparente Aufklärung über die Risiken und eine stärkere Kontrolle der Verträge. „Nur so kann sichergestellt werden, dass Leihmutterschaft ethisch vertretbar bleibt“, schließt der Chefreporter.



