Enthalpie entscheidend: Warum schwüle Luft das Schwitzen so anstrengend macht
Warum schwüle Luft das Schwitzen so anstrengend macht

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell vor einem starken Schwüleempfinden – der höchsten Warnstufe. Grund dafür ist die Kombination aus hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit, die den Körper an seine Grenzen bringt. Entscheidend ist dabei die sogenannte Enthalpie, das Verdunstungspotenzial an der Körperoberfläche.

So funktioniert die körpereigene Kühlung

Unser Körper kühlt sich über das Verdunsten von Schweiß auf der Haut. Dabei wird ihm Energie entzogen, ähnlich wie bei einem Verdunstungskühler. Ist die Umgebungsluft jedoch bereits mit Feuchtigkeit gesättigt, kann sie kaum zusätzliches Wasser aufnehmen. Der Schweiß bleibt auf der Haut liegen und kann nicht verdunsten – die Kühlung versagt.

Der DWD berechnet das Schwüleempfinden anhand der Enthalpie, die angibt, wie viel Energie die Luft aufnehmen kann. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto geringer das Verdunstungspotenzial. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent wird das Schwitzen zunehmend ineffektiv, was zu einem drückenden Gefühl führt.

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Wärmestau kann lebensbedrohlich werden

Funktioniert die Kühlung nicht mehr richtig, droht ein Wärmestau. Im Extremfall kann dies zu einem Hitzschlag führen, der lebensbedrohlich ist. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen. Der DWD rät, körperliche Anstrengungen in den heißen Stunden zu vermeiden und ausreichend zu trinken.

Wer viel reist, kennt den Unterschied: In Wüstenregionen mit extrem trockener Luft werden 30 Grad oft als angenehm empfunden, da der Schweiß sofort verdunstet. In den Tropen hingegen kann dieselbe Temperatur zur Qual werden, weil die Luftfeuchtigkeit oft über 90 Prozent liegt. Der Körper ist dann permanent von einer Schweißschicht bedeckt, die kaum abtrocknet.

Gewitter als Folge der Schwüle

Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt zudem die Entstehung von Gewittern. Der DWD prognostiziert derzeit teils heftige Gewitter mit Unwettergefahr. Diese entstehen, wenn feuchtwarme Luft aufsteigt und kondensiert – ein typisches Phänomen an schwülen Tagen.

Die aktuelle Wetterlage zeigt, wie wichtig es ist, die Warnungen des DWD ernst zu nehmen. Das Schwüleempfinden erreicht in Deutschland selten die höchste Stufe, doch der Klimawandel führt dazu, dass solche Extremwetterlagen häufiger werden. Experten erwarten, dass die Zahl der Tage mit starkem Schwüleempfinden in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird.

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