Wasserknappheit in deutschen Kommunen
Rund 80 Kommunen müssen nach Angaben des Deutschen Städtetags in jedem Hitzesommer sogenannte Allgemeinverfügungen erlassen, um die Nutzung von Trink- oder Grundwasser einzuschränken. Ein aktuelles Beispiel ist München: Dort ist das Befüllen von Pools, Rasensprengen und Terrassenabspritzen bis mindestens 1. August verboten – bei Zuwiderhandlung drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Grund ist der sprunghaft gestiegene Verbrauch auf mehr als 360 Millionen Liter pro Tag, während der Normalwert bei 300 Millionen liegt.
Durchschnittlicher Wasserverbrauch in Deutschland
Der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch liegt laut Daten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für 2025 bei 123 Litern pro Person und Tag. Davon entfallen über die Hälfte auf das Badezimmer – Dusche und Toilette sind die größten Posten. Doch das größte Sparpotenzial findet sich nicht unbedingt im Bad, sondern im Garten.
Rasensprenger: Der größte Wasserschlucker
Ein handelsüblicher Rasensprenger verbraucht nach Angaben der Umweltschutzorganisation VSR-Gewässerschutz 600 bis 800 Liter pro Stunde. Für einen 200-Quadratmeter-Rasen kommen je nach Bodenart und Sprengertyp schnell 2000 bis 4000 Liter pro Bewässerung zusammen – das entspricht dem Trinkwasserverbrauch einer Person für mehrere Wochen. Wer auf den Rasensprenger verzichtet oder ihn seltener einsetzt, spart enorm.
Dusche: Mit kurzer Duschzeit viel sparen
Eine Standarddusche verbraucht 10 bis 15 Liter pro Minute. Wer täglich zwei Minuten kürzer duscht, spart 20 bis 30 Liter Wasser pro Tag. In einem Vier-Personen-Haushalt summiert sich das auf 80 bis 120 Liter täglich. Ein Sparduschkopf – Kosten etwa 20 bis 60 Euro – kann den Verbrauch um bis zu 50 Prozent senken, ohne dass der Duschkomfort leidet, so die Verbraucherzentrale NRW.
WC-Spülung: Alte Kästen gegen moderne tauschen
Ältere Spülkästen verbrauchen bis zu 9 Liter pro Spülung, moderne mit Spartaste nur 3 bis 6 Liter, informiert das Bundesumweltministerium. Bei durchschnittlich sechs Toilettengängen pro Person und Tag ergibt das bis zu 54 Liter mit altem Kasten, mit Spartaste nur 18 bis 36 Liter. Die Ersparnis liegt bei 30 bis 50 Prozent, so die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Weitere Tipps für Haushalt und Garten
Das Umweltbundesamt rät: Geschirrspüler und Waschmaschine nur voll beladen laufen lassen und Eco-Programme nutzen – das spart Wasser und Energie. Im Garten sollte man in den Morgen- oder Abendstunden gießen, damit die Pflanzen das Wasser besser aufnehmen und weniger verdunstet. Besser seltener, aber dafür durchdringend gießen als täglich nur ein bisschen. Regenwasser in Tonnen sammeln und für die Bewässerung nutzen – das schont die wertvolle Ressource. Auch eine Regenwasser-Sammelanlage oder Zisterne kann den Trinkwasserverbrauch im Haushalt erheblich reduzieren.



